Digitaler Fotokurs

Objektive

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Zoomobjektive

Bereits im Kit mit einer digitalen Spiegelreflexkamera wird normalerweise ein billiges Zoomobjektiv mitgeliefert, das jedoch nicht allzu viel taugt. Das zeigt sich bereits am Preis der Kamera mit und ohne Objektiv. Diese Objektive decken den Weitwinkelbereich weit gehend ab, meistens mit einer Mindestbrennweite von 18 mm, doch im Telebereich reichen sie gerade so in den Porträt-Objektivbereich. Darüber hinaus sind die Kit-Objektive oft aus Kunststoff gefertigt und auch die Qualität des optischen Glases entspricht gewiss nicht einem wirklich guten Objektiv. Die Frage ist also, besser auf das Kitobjektiv verzichten und gleich in ein gutes Zoom etwas mehr Geld investieren?

 

Versuchen Sie nun auch nicht das Gegenteil, nämlich ein Zoomobjektiv zu kaufen, das vom extremen Weitwinkel bis zum starken Tele alles abdeckt. Sie bezahlen solche Objektive nicht nur ziemlich teuer, Sie bezahlen auch mit mangelhafter Lichtstärke.

 

Gerade erst habe ich wieder eine Anzeige von einem Objektivhersteller gesehen, der ein Zoomobjektiv mit 18 bis 200 mm Brennweite anbietet, damit würde der gesamte normale Bedarf eines Amateurfotografen abgedeckt, soweit Sie nicht für spezielle Aufgaben wie Wildtiere oder Sportfotografie ein wesentlich stärkeres Tele brauchen würden. Auf den ersten Blick schien auch die Lichtstärke ausreichend: 3,5. Auf den zweiten Blick dann jedoch nicht mehr, nämlich 3,5 bis 6,3. Die wesentlich schlechtere Lichtstärke hätten Sie praktisch im gesamten Weitwinkel und Telebereich, nur im Bereich der so genannten Normalbrennweite, die bezogen auf das Kleinbildformat etwa 50 mm beträgt, würde dieses Objektiv seine maximale Lichtstärke erreichen.

Gegenüber einem Zoomobjektiv, dass eine Lichtstärke von 3,5-4,5 oder äußerstenfalls bis 5,6 hat, würden Sie bei den oben genannten Zoomobjektiv nochmals eine halbe Blendensstufe einbüßen, das merken Sie spätestens, wenn Sie bei schlechtem Licht fotografieren möchten. Sie werden es auch dann merken, wenn es auf höchste Schärfe ankommt. Denn zwischen der offenen Blende und der maximalen Schärfeleistung eines Objektives bei Blende 8 oder 11 liegt in diesem Fall nur noch eine halbe bis eineinhalb Blendensstufen, mit anderen Worten, vielmehr als die Abbildungsleistung bei offener Blende werden Sie mit einem solchen Objektiv nicht erreichen.

Die bessere Kombination von Zoomobjektiven

Technisch ist es zwar möglich, siehe obiges Beispiel, vom starken Weitwinkelbereich bis zum relativ starken Telebereich alles in einem einzigen Zoomobjektiv zu vereinen, doch es ist ein fauler Kompromiss. Weitwinkelobjektive erfordern eine ganz andere Bauart als ein Teleobjektiv. Wird dennoch der gesamte Bereich mit einem einzigen Zoomobjektiv abgedeckt, dann müssen Kompromisse sowohl bei der Schärfeleistung des Objektives wie auch bei der Lichtstärke gemacht werden.

 

Optimal sind Sie mit 2-3 Zoomobjektiven ausgestattet. Ein Zoomobjektiv für den Weitwinkelbereich, das bei 15-18 mm als kleinster Brennweite beginnen sollte und vielleicht bis 55 mm oder 80 mm Brennweite reicht. Damit sind Sie selbst im Kleinbildbereich bereits im leichten Telebereich. Ein Zoomobjektiv, das nur den Weitwinkelbereich abdeckt, ist zwar möglicherweise etwas teurer, dafür mit Sicherheit auch sehr viel leistungsfähiger. Das wäre dann eine Brennweite von etwa 15-40 mm.

 

Das zweite Zoomobjektiv sollte als lichtstarkes Allroundobjektiv knapp unterhalb der normalen Brennweite von etwa 50 mm beginnen und im Telebereich bis 150 oder 200 mm gehen. Je kleiner der Zoom-Bereich eines Zoomobjektives, umso besser meistens die Abbildungsleistung wie auch die Lichtstärke.

 

Bei einem Zoomobjektiv, das im wesentlichen die Standard-Brennweite nach oben und unten etwas abrundet, sind Lichtstärken von 2,8 und besser möglich. Und damit dann bei Blende acht, der höchsten Schärfeleistung des Objektives, schon ein ganz deutlicher Unterschied zur offenen Blende.

 

Das dritte Objektiv sollte ein reines Tele Zoomobjektiv sein. Wenn ein Zoomobjektiv mit einer kleinsten Brennweite von 80-100 mm beginnt, dann kann es als relativ lichtstarkes Telezoom durchaus bis 300 mm Brennweite haben.

 

Diese drei Objektive würden sich gegenseitig in ihrer Brennweite teilweise überlappen, das ist jedoch kein Nachteil, denn Sie brauchen nicht ständig das Objektiv zu wechseln. Mit diesen drei Objektiven hätten Sie, so lange Sie nicht noch extremere Bereiche benötigen, eigentlich die komplette Ausstattung bei hoher Qualität.

Objektive mit festen Brennweiten

Im professionellen Bereich sind nach wie vor hauptsächlich Objektive mit festen Brennweiten im Einsatz. Das erstaunt nicht weiter, obwohl die Handhabung mit Sicherheit unbequemer ist als eben schnell den Bildausschnitt mit einem Zoomobjektiv festzulegen, denn die feste Brennweite hat nun mal nicht die Nachteile eines Zoomobjektives.

 

Im Verhältnis zum Zoomobjektiv ist das einzelne Objektiv wesentlich leichter, die Schärfeleistung eines Objektives mit fester Brennweite kann von einem Zoomobjektiv eigentlich nie erreicht werden, zumindest nicht bei gleich guter Bauweise. Dasselbe gilt für die Lichtstärke. Bei festen Brennweiten sind selbst bei Tele Objektiven mit 135 mm noch Lichtstärken von 2,8 möglich. Und im Standardbereich von etwa 50 mm werden mit festen Brennweiten die höchsten Lichtstärken überhaupt erreicht, bis hin zu 1,2.

 

Prinzipiell könnte man auch mit 4- 5 Objektiven mit fester Brennweite den gesamten benötigten Bereich abdecken. Ein starkes Weitwinkel, ein normales Weitwinkel, die Standardbrennweite, ein gutes Porträtobjektiv und dann noch ein Teleobjektiv. Wer selten im Weitwinkelbereich arbeitet, wird sich vielleicht statt zwei Weitwinkelobjektiven zwei Tele-Objektive anschaffen. Damit ist mit Sicherheit höchste Qualität möglich.

Worauf Sie beim Objektivkauf achten sollten

Beim Neukauf von Objektiven zunächst einmal auf das Material. In der Optik verwendet man Kunststoff nur für billige Wegwerfprodukte, alles, was auf Langlebigkeit ausgelegt ist, ist aus solidem Metall. Bevor Sie ein Objektiv kaufen, googeln Sie nach diesem Objektiv. Wenn es nicht gerade nagelneu auf den Markt gekommen ist, dann liegen bereits Erfahrungsberichte in diversen Fotografenforen vor, außerdem gibt es auf www.digitalkamera.de zu fast jedem Objektiv auch Testberichte, teils kostenpflichtig, teils auch kostenlos.

 

Natürlich muss das Bajonett zu Ihrer Kamera passen. Das Objektiv sollte ausreichend lichtstark sein, dafür werden Sie nicht nur bei schlechtem Licht dankbar sein, sondern auch dann, wenn es um höchste Abbildungsqualität geht, denn dafür zählen die Blendenstufen zwischen offener Blende und Blende acht. Je mehr Blendenstufen dazwischen sind, umso besser ist auch die Abbildungsleistung.

Es muss nicht immer von Ihrem Kamerahersteller sein

Eine ganze Reihe von Firmen haben sich auf den Bau von Objektiven spezialisiert, in der Oberklasse insbesondere Zeiss, in der Mittelklasse Firmen wie beispielsweise Tamron und andere. Über ein Zeissobjektiv braucht man wohl kaum noch Worte zu verlieren, diese Objektive sind über jeden Zweifel erhaben, das hat jedoch auch seinen Preis. Bei Herstellern in der Mittelklasse sollten Sie nicht einfach nur blind auf den Markennamen vertrauen, sondern vor einer Kaufentscheidung sorgfältig über dieses Objektiv recherchieren. Denn bei diesen Herstellern geht es oft um Massenprodukte und nicht so sehr um Qualität.

 

Muss ein Objektiv neu gekauft werden?

Eigentlich nicht! Doch wenn Sie von Objektiven keine Ahnung haben, dann können Sie beim Gebrauchtkauf gewaltig auf die Nase fallen. Ganz besonders, wenn Sie ein Objektiv bei eBay ersteigern. Ich schätze, das auf eine ehrliche Versteigerung mit genauer Beschreibung des Zustands eines Objektives bei eBay durchaus bis zu 10 Versteigerungen kommen, bei denen der Verkäufer diverse Macken einfach verschweigt. Im Falle eines Falles ist es für Sie schwierig, auch nur nachzuweisen, dass die Macke bereits vor dem Erhalt des Päckchens da gewesen war.

 

Auch der Fotohandel verkauft gebrauchte Objektive. Dort können Sie davon ausgehen, dass diese Objektive sorgfältig geprüft wurden, bei Bedarf auch gereinigt wurden und der Händler ohnehin als Händler die einjährige Gewährleistung auf gebrauchte Artikel geben muss. Das ist zwar vielleicht etwas teurer als ein Schnäppchen bei eBay, doch wenn Sie, wie es mir passiert ist, dreimal Schrott kaufen bis Sie als viertes Objektiv dann doch noch ein günstiges Objektiv erworben haben, das seinen Preis auch wert war, dann war dieses Objektiv am Ende ziemlich teuer, denn die drei anderen können Sie eigentlich wegwerfen. Es gibt natürlich so manchen Teilnehmer am eBay Marktplatz, der einen Fehlkauf erneut über eBay anbietet und seinerseits ebenfalls die Macken verschweigt. Ob man sich damit gut fühlt sei dahingestellt, strafrechtlich handelt es sich um Betrug.

 

Wenn Sie sich mit einem Objektiv und der Kameratechnik nicht bereits sehr gut auskennen, sollten Sie im Zweifelsfall lieber zum Händler gehen als ein vermeintliches Schnäppchen irgendwo zu machen, dass am Ende teuer bezahlter Schrott war.

Worauf Sie beim Kauf gebrauchter Objektive achten müssen

Zunächst einmal natürlich auf optische Schäden, die sofort ins Auge fallen. Kratzer auf den Frontlinsen wie auch auf der Rückseite des Objektives, schauen Sie bei sehr gutem Licht und offener Blende in beiden Richtungen durch das Objektiv, ob es irgendwelche erkennbaren Trübungen gibt.

 

Soweit Sie, wie beispielsweise bei eBay, diese Möglichkeit der Prüfung nicht haben, lassen Sie die Finger vom Gebrauchtkauf. EBay ist leider ein Tummelplatz für Schummler, um es nicht gleich Betrüger zu nennen.

 

Ansonsten achten Sie darauf, dass sich die Blende leicht verstellen lässt und überprüfen Sie mit einem Blick durch das Objektiv, dass die Blende auch tatsächlich vorschriftsmäßig schließt. Dasselbe gilt für die Entfernungseinstellung.

 

Am besten, Sie montieren das Objektiv vor dem Kauf auf Ihre Kamera und machen einige Testaufnahmen. Optimal ist es natürlich, wenn Sie sich die Ergebnisse anschließend nicht nur auf dem kleinen Display der Kamera ansehen können, sondern auf einem Monitor und mit 100 % in das Bild hinein zoomen können. Achten Sie dabei auf Verzeichnungen ebenso wie auf die Schärfe, und selbstverständlich auch die Abbildungsleistung bei den verschiedenen Farben.

Funktionieren Auto Focus und Blendeneinstellung einwandfrei?

Was beim Kauf gebrauchter Objektive oft übersehen wird, ganz besonders wenn man selbst noch Anfänger in der digitalen Spiegelreflexfotografie ist, Objektive werden für Kleinbildkameras bereits seit mehr als 50 Jahren gebaut, doch Objektive, die über die erforderlichen Kontakte für die Blendenssteuerung wie auch die Entfernungseinstellung durch die Kamera verfügen, gibt es noch nicht allzu lange. Doch mit einem Objektiv, das nur manuell bedient werden kann, ist Ihnen bei einer modernen digitalen Spiegelreflex-kamera nicht gedient. Testen Sie auch diese beiden Punkte direkt an Ihrer Kamera.

 

Und zum Schluss natürlich, bei einem gebrauchten Zoomobjektiv, geht die Brennweitenverstellung leicht gängig, ohne deshalb zu leicht gängig zu sein. Bei dem früher üblichen Typ des Schiebezooms ist bei älteren Objektiven der Schiebezoom oft schon ausgeleiert. Ist das der Fall, ist das Objektiv praktisch Schrott.

 

Und selbstverständlich, das ist eigentlich sogar das aller erste, bevor Sie sich überhaupt weiter für den Kauf eines Objektives interessieren, passt das Bajonett? Jeder Kamerahersteller hat ein eigenes Bajonett, einigermaßen untereinander kompatibel sind Nikon und Canon, Pentax hat stattdessen das K-Bajonett und einige Hersteller, die erst Kameras für den Amateurmarkt herstellen, seit es Digitalkameras gibt, benutzen entweder ein Nikon oder Canon Bajonett.

Zubehör zu Objektiven

Was ganz selbstverständlich zu einem Objektiv gehört, ist die Abdeckung der Frontlinse und der Rückseite. Oft wird zu einem Objektiv auch noch ein Köcher mit angeboten, der jedoch entbehrlich ist, ebenso wie ein Schutzbeutel, wenn Sie eine vernünftige Kameratasche für Body, Objektive und das sonstige Zubehör haben.

 

Doch was dabei sein sollte, ist eine passende Gegenlicht-Blende, oft auch als Gummilinse oder Sonnenblende bezeichnet. Für Zoomobjektive gibt es allerdings kaum vernünftige Gegenlichtblenden, denn schließlich darf die Gegenlichtblende auch bei der größten Weitwinkeleinstellung das Bildfeld nicht einschränken.

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Das weitere Zubehör für Objektive, nämlich Filter, wird in einem eigenen Kapitel behandelt. Doch achten Sie, wenn irgend möglich, darauf, dass Sie mit möglichst nur einem bis zwei Filterdurchmessern ihren Objektivbestand abdecken, weil Sie sonst für jedes Objektiv einen eigenen Filtersatz kaufen müssten, das geht insbesondere bei hochwertigen Polarisationsfiltern ins Geld.

Weiteres Zubehör

Weiteres Zubehör sind Zwischenringe für Nahaufnahmen, auch die Zwischenringe sollten die Automatikfunktionen der Kamera unterstützen, Tele Konverter, mit denen die Brennweite verdoppelt oder sogar verdreifacht werden kann, allerdings bei erheblicher Einbuße der Lichtstärke und auch einer Einbuße bei der Abbildungsleistung und Schärfe des Objektives sowie Balgen-Geräte, die man insbesondere in der Makrofotografie benötigt.

Spezial Objektive

 

 

 

Zu den Spezialobjektiven gehören Shiftobjektive, das sind Weitwinkelobjektive, mit denen sich stürzende Linien in der Architekturfotografie vermeiden lassen, gehören weiterhin extreme Weitwinkel wie das Fisheye-Objektiv und extreme Teleobjektive.

 

Wer häufig Architekturfotos macht, wird sich früher oder später vielleicht ein Shiftobjektiv anschaffen. Für ein Fisheye ist nur selten Bedarf da, denn wann machen Sie schon mal Fotos mit einem Bildwinkel von 180° und extremen Verzeichnungen im Bild?

 

Ebenso verhält es sich mit Tele Objektiven mit Brennweiten zwischen 500 mm und 2000 mm. Wer Tiere in freier Wildbahn fotografieren möchte oder häufig am Fußballplatz den einzelnen Spieler drauf bekommen will, der wird auch mal mit Objektiven zwischen 400 mm und 800 mm Brennweite arbeiten. Sowohl für die Sportfotografie wie auch die Fotografie von Tieren in freier Wildbahn kommt es auf eine schnelle Fokussierung an, ob das der Auto Focus der Kamera unbedingt hinkriegt, ist die Frage. Objektive mit Brennweiten zwischen 1000 mm und 2000 mm werden meistens nicht mehr wie ein normales Teleobjektiv gebaut, sondern wie ein Spiegelteleskop.

 

Der Spiegelteleskop hat gegenüber den extrem langen Teleobjektiven den Vorteil der größeren Lichtstärke. Der Nachteil ist, dass diese Objektive keine Blendeneinstellung haben. Sie fotografieren also immer mit offener Blende und regulieren die Belichtung ausschließlich über die Belichtungszeit.

Der gute Rat zum Schluss

Wenn Sie bei der Anschaffung einer digitalen Spiegelreflex gleich noch ein gutes Zoomobjektiv einplanen, das den wichtigsten Bereich zwischen Weitwinkel und leichtem Tele abdeckt, also etwa 28-80 mm Brennweite hat, dann können Sie sich das billige Kitobjektiv gleich sparen, denn spätestens wenn Sie sich ein vernünftiges Objektiv gekauft haben, werden Sie das Kitobjektiv ohnehin nie mehr benutzen.

 

Bevor Sie weitere Objektive kaufen, kommen Sie erst mal mit der Kamera zurecht und finden Sie nach und nach heraus, wo Sie ihre fotografischen Schwerpunkte setzen wollen. Dann fällt auch die Entscheidung leichter für den Kauf weiterer Objektive wie auch sonstigen Zubehörs.