Digitaler Fotokurs
Grundlagen der Bildgestaltung
Fotografie ist nicht einfach nur ein Abbild der Wirklichkeit, das war sie noch nie, sondern ebenso wie die Malerei in ihrer Bild Aussage von vielen Einflüssen abhängig, die sie als Fotograf in der Regel ebenso in der Hand haben wie es der Maler mit dem Pinsel in der Hand hat.
Das Wichtigste beim Fotografieren ist das Licht

Fotografie und Malerei haben vieles gemeinsam. Fotografie ist Malen mit Licht.

Das Licht ist das wichtigste und wesentlichste beim Fotografieren. Mit dem richtigen Licht können Sie Fotos eine Wirkung geben, die weit über das bloße Erinnerungsfoto hinausreicht. Das Licht spielt auch in der Malerei eine große Rolle, in der impressionistischen Malerei wurde es zum wesentlichen Gestaltungsmittel.
Weiter zum Gestalten mit Licht
Der Bildausschnitt entscheidet über die Wirkung eines Fotos

Der Bildausschnitt ist ebenso entscheidend, außer vielleicht in der Panoramafotografie, dort kommt es eher auf den attraktiven Standort an.
Durch den richtigen Bildausschnitt können Sie die Wirkung eines Fotos erheblich steigern.
Bildausschnitt, Diagonalen, Dynamik und der goldene Schnitt
Video-Anleitungen zum Fotokurs
Der letzte Schliff
Das Foto nachbearbeiten.
Die Brennweite des Objektivs als Gestaltungsmittel
Die gewählte Brennweite hat einen wesentlichen Einfluss.

Eine kurze Brennweite, also ein Weitwinkelobjektiv, zieht alles weit auseinander, ein schmaler Fluss erscheint plötzlich wie ein riesiges Gewässer, kurze Brennweiten verzerren massiv und stellten alles im Vordergrund überdimensional groß dar.

Eine genau gegenteilige Wirkung haben ausgesprochene Teleobjektive, die die Perspektive erheblich verkürzen, dafür jedoch auch nicht verzerren und Hintergrund und Vordergrund sehr dicht zusammen schieben.

Dazwischen stehen die mehr oder minder normal Brennweiten, bezogen auf das Kleinbildformat Brennweiten zwischen 45 mm und 50 mm. Diese Brennweite, die in etwa der Bilddiagonale des Negativformats beziehungsweise des Sensors entspricht, entspricht auch im wesentlichen unserer Wahrnehmung.
Die gewählte Brennweite wird zu einem ebenso wesentlichen Gestaltungselement wie Belichtungszeit und Blende.
Die Brennweite für die Gestaltung nutzen
Tiefenschärfe und Schärfenebene für die Bildgestaltung nutzen
Nicht zu unterschätzen sind für die Bildwirkung die Tiefenschärfe sowie die gewählte Schärfenebene.

Was bedeutet das?
Jedes Objektiv hat abhängig von der gewählten Blende einen Bereich, in dem alles scharf dargestellt wird. Was vor und hinter diesem Bereich ist, wird zunehmend unscharf. Je kleiner die Blendenöffnung, desto größer die Tiefenschärfe. Und umgekehrt, die geringste Tiefenschärfe hat ein Objektiv bei offener Blende.

Die Schärfentiefe und Schärfen-Ebene ist ein wichtiges Gestaltungselement. Vielleicht kennen Sie es bereits aus Filmen, wo abwechselnd auf eine Person im Vordergrund und dann wieder eine Person oder ein Geschehen im Hintergrund scharf gestellt wird. Sie kennen es sicherlich auch aus der Porträtfotografie. In der Porträtfotografie ist es meist unerwünscht, dass der Hintergrund ebenso scharf ist wie das Gesicht. Das Gesicht, das wesentlichste in einem Porträt, soll sich schließlich vom Hintergrund deutlich abheben.

Mit der richtigen Wahl der Schärfeebene und der dazu passenden Blende können Sie die Tiefenschärfe eines Bildes erheblich beeinflussen. Dabei spielt auch die Brennweite des Objektives eine wesentliche Rolle.
Eindrucksvolle Bilder mit der richtigen Wahl von Schärfeebene und Tiefenschärfe
Belichtungszeit und Blende
Mit der Kombination aus Zeit und Blende wird nicht nur die Lichtmenge gesteuert, die auf den Sensor beziehungsweise Film fällt, sondern durch die Wahl der Blende wird sowohl die Gesamt Schärfe als auch die Tiefenschärfe gesteuert und durch die Wahl der Belichtungszeit, wie eine Bewegung im Bild dargestellt wird.
Auf Blende und Tiefenschärfe wird im Kapitel Tiefenschärfe eingegangen, bei der Belichtungszeit geht es um Bewegungen.
Bewegungen kann man durch eine kurze Belichtungszeit einfrieren oder im Gegenteil durch eine etwas längere Belichtungszeit sichtbar machen. Denn nicht immer ist die durch ein Foto eingefrorene Bewegung wünschenswert.
Es versteht sich eigentlich von selbst, wenn man nicht ohnehin entweder die Blendenvorwahl oder die Zeitvorwahl seiner Kamera nutzt, dass man bei einer Änderung des einen Wertes auch den anderen Wert ändern muss, sonst stimmt die Belichtung nicht mehr.
Mit der Belichtungszeit die Darstellung von Bewegungen beeinflussen
Farben bewusst einsetzen

Wenn wir Bilder selbst arrangieren, beispielsweise im Studio, können wir natürlich schon vor einer Aufnahme ganz bewusst Farben einsetzen. Doch auch bei Außenaufnahmen können wir vieles beeinflussen.
Auch in der nachträglichen Bildbearbeitung können wir Farbe als Gestaltungsmittel gezielt einsetzen.
Die Gesamtschärfe als Gestaltungsmittel
Ein weiteres wichtiges Gestaltungselement in der Fotografie ist die Gesamtschärfe. Von wenigen speziellen Aufgabenbereichen abgesehen braucht ein Foto immer einen scharfen Bereich, an dem sich das Auge beim betrachten festhält. Das sollte zugleich der bildwichtigste Teil des Fotos sein.
Doch ein Objektiv zeichnet nicht über alle Blenden-Stufen hinweg gleichmäßig scharf. Seine höchste Schärfeleistung erreicht ein Objektiv meistens bei Blende 8 oder 11. Schließt man die Blende über diesen Bereich hinaus, erhöht man zwar noch die Tiefenschärfe, jedoch bei gleichzeitigen leichten Verlust der Gesamt Schärfe. Technisch ist das durch die stärkere Lichtbrechung an der kleinen Blendenöffnung bedingt. Seine geringste Schärfeleistung hat ein Objektiv bei offener Blende.
Das sind grundlegende Dinge, die Sie bei jeder Kamera, bei der Sie überhaupt einen Einfluss über die Automatik hinaus auf diese wichtigen Bild- Gestaltungselemente haben, für sich nutzen können.
In den oben verlinkten Artikeln können Sie sich weiter über die Grundlagen der Bildgestaltung informieren.
