Digitaler Fotokurs

Die Kamera
Auswahlkriterien für eine Kamera
Ob Sie eine Pocketkamera oder eine Spiegelreflex wählen, hängt wesentlich davon ab, was Sie bereit sind, in die Ausrüstung zu investieren und zweitens, ob Sie Ihre Kamera immer dabei haben möchten oder sie nur mitnehmen, wenn Sie tatsächlich auch fotografieren möchten.
Die Spiegelreflex ist natürlich viel variabeler.
Die Größe der Sensorfläche
Die Größe der Sensorfläche entscheidet noch viel mehr als das Objektiv über die Lichtstärke der Kamera ohne Bild Rauschen und die Schärfentiefe. Je kleiner der Sensor, umso größer die Tiefenschärfe, umso geringer die Lichtmenge, die auf den Sensor fällt und somit auch die Lichtstärke. Bei einem sehr kleinen Sensor kann es Ihnen passieren, dass selbst bei ganz normalen Tageslicht die Kamera bereits zusätzlich Blitz bräuchte, um halbwegs vernünftig belichten zu können. Klar, dass Sie weiter entfernte Objekte oder gar eine ganze Landschaft nicht mit dem winzigen Kamerablitzgerät aufhellen können.

Die vier gängigen Sensorgrößen für digitale Kameras. Die beiden kleineren Sensoren finden insbesondere bei Kompaktkameras Verwendung, der dunkel grüne Sensor, hier gezeigt am Beispiel einer Nikon D70, entspricht den gängigen Sensorgrößen für digitale Spiegelreflexkameras, das echte Kleinbildformat wird bis jetzt nur von wenigen, noch ziemlich kostspieligen digitalen Spiegelreflexkameras erreicht.
Die Problematik kleiner Sensoren besteht unter anderem darin, das die Pixel umso kleiner werden, je kleiner die Sensorfläche ist. Je kleiner ein Pixel ist, umso weniger Licht kann er empfangen. Das ist zunächst eine ganz simple Gleichung. Stattdessen wird das Licht elektronisch in Kompaktkameras verstärkt, eigentlich nicht das Licht, sondern das Bildsignal des Sensors, was bereits ab 200 ASA zu empfindlichem Bild-Rauschen führen kann.
Die kleine Sensorfläche ermöglicht für einen bestimmten Bildwinkel viel kürzere Brennweiten als bei einem größeren Sensor und damit eine wesentlich geringere Bautiefe der Kamera. Je kleiner die Sensorfläche ist, umso besser müsste eigentlich das Objektiv sein. Doch leider ist es in der Kompaktkameraklasse genau umgekehrt, dort finden bei den billigeren Vertretern sogar Objektive mit Kunststofflinsen Verwendung.
Achten Sie auf einen genügend großen Sensor, wenn Sie eine Kamera kaufen. Inzwischen gibt es auch Pocket Kameras mit Sensorgrößen, die den digitalen Spiegelreflexkameras entsprechen.
Die Sensorgröße entscheidet wesentlich über die Einstellmöglichkeiten der Schärfentiefe. Mit Schärfentiefe ist der Bereich gemeint, der vor und hinter der Schärfenebene, auf die Sie scharf gestellt haben, noch scharf gezeichnet wird. Dieser Bereich reicht bei sehr kleinen Sensoren von etwa 1 m oder sogar noch kürzeren Mindestentfernungen bis unendlich. Doch eine derart große Tiefenschärfe ist nur ganz selten erwünscht. Wenn Sie ein Objekt aus dem Hintergrund hervorheben möchten, dann ist es äußerst wichtig, dass Sie die Schärfentiefe ausreichend beeinflussen können.
Die Anzahl der Pixel
6 Megapixel reichen eigentlich vollkommen aus. Insbesondere bei einem kleinen Sensor sind mehr Pixel, die Sie teuer bezahlen müssen, kein spürbarer Qualitätsgewinn mehr. Eine höhere Pixelanzahl kann sinnvoll sein, wenn auch der Sensor genügend groß ist, am besten mindestens gleich der Größe eines Kleinbild Negatives mit 24x36 Millimetern oder sogar noch größer. Am Bildschirm werden Sie das jedoch nie merken, erst wenn hochwertige Druckvorlagen und Ausdrucke mit einer Größe von mehr als DIN A 3 gefordert sind, macht sich die Pixelanzahl bei einem genügend großen Sensor bemerkbar.
Mit 6 Megapixeln können Sie bereits bei einer Druckauflösung von 300 dpi in hoher Qualität DIN A 4 Ausdrucke machen.
Der Auto Focus
Ein schneller und zuverlässiger Auto Focus verhindert manches Missgeschick. Doch gerade in der Consumerklasse lässt der Auto Focus oft zu wünschen übrig. Ganz besonders wenn es um schnelle Bewegungen geht.
Das wäre weiter kein Problem, wenn das Sucherbild ausreichend groß wäre, um die Scharfeinstellung auch während eines schnellen Shootings jederzeit einwandfrei überprüfen zu können und Objektive, die für den Autofocus entwickelt wurden, wie ihre manuellen Vorgänger noch einen vernünftig dimensionierten Ring für die manuelle Scharfeinstellung hätten.
Doch an beidem mangelt es und das nicht erst seit Einführung der digitalen Fotografie. Denn der Auto Focus wurde für Kleinbildkamerasin bereits in den sechziger Jahren entwickelt und hat in der professionellen Klasse der Mittelformatkameras in den achtziger Jahren Einzug gehalten.
Das Objektiv
Nur bei Kameras, die keine Möglichkeit haben, das Objektiv auszuwechseln, spielt das Objektiv an sich überhaupt eine Rolle, denn bei jeder Spiegelreflexkamera mit auswechselbaren Objektiven können Sie den Body und das Objektiv getrennt kaufen. Auf Objektive wird in einem eigenen Kapitel eingegangen.
Doch bei Pocket Kameras und den digitalen Spiegelreflexkameras, deren Objektive fest eingebaut sind, spielt das Objektiv gemeinsam mit der Sensorgröße eine entscheidende Rolle für die Qualität der späteren Fotos.
Die Lichtstärke des Objektives sollte ausreichend sein, optimal wäre eine Lichtstärke von 2,8 doch auch 3,5 ist noch akzeptabel. Höhere Lichtstärken werden bei fest eingebauten Objektiven nur selten erreicht.
Das Objektiv sollte einen genügend großen optischen Zoom besitzen, also vom Weitwinkelbereich bis in den leichten Telebereich. Es gibt physikalische Grenzen für den Bau von Zoomobjektiven, die zwar prinzipiell überschritten werden können, jedoch einhergehend mit einem Qualitätsverlust sowohl für die Gesamt Schärfe als auch der Lichtstärke des Objektives.
Der Krop-Faktor
Der Krop-Faktor bestimmt den Bildwinkel für eine gegebene Sensorgröße, bezogen auf dieselbe Brennweite bei einem Kleinbildobjektiv.
Der Krop-Faktor beträgt bei den gängigen digitalen Spiegelreflexkameras mit Sensorgrößen 23,7 x 15,6 (die Angaben hinter dem Komma differieren je nach Kamerahersteller) 1,5. Das bedeutet, ein 50 mm Kleinbildobjektiv entspricht bei einer gängigen digitalen Spiegelreflexkameras bereits einem leichten Teleobjektiv mit 75 mm Brennweite. Noch extremer ist es bei den ganz kleinen Sensoren der Kompaktkameras, beim kleinsten Sensor entspricht das 50 mm Objektiv bereits einem sehr starken Teleobjektiv mit umgerechnet 384 mm Brennweite.
Der Krop-Faktor spielt allerdings nur bei Kameras mit auswechselbaren Objektiven eine Rolle, denn nach wie vor sind die meisten auf dem Markt befindlichen Objektive für die Kleinbild Fotografie entwickelt worden, hier muss also die Brennweite um 50% verlängert werden um vergleichbar zum Kleinbildobjektiv zu sein. Die Standardbrennweite 50 mm beim Kleinbildobjektiv entspricht einer Brennweite von 33 mm bei den gängigen digitalen Spiegelreflexkameras.
Der Digital Zoom
Von einem Digital Zoom sollten Sie möglichst niemals Gebrauch machen, gute Kameras bieten so einen Schrott erst gar nicht an. Beim Digital Zoom wird bei der längst möglichen Brennweite der Kamera eine Ausschnittvergrößerung gemacht. Damit wird Ihnen vorgetäuscht, Sie hätten eine längere Brennweite zur Verfügung. Tatsächlich haben Sie eine deutlich verschlechterte Bildqualität, weil nur noch ein Bruchteil der Sensorfläche überhaupt genutzt wird, gerade bei sehr kleinen Sensoren bedeutet das zusätzlich einen weiteren, erheblichen Lichtverlust und somit eine weitere Einbuße bei der Lichtstärke der Kamera.
Wenn schon Ausschnittvergrößerungen, dann später mit einem Bildbearbeitungsprogramm.
Achten Sie deshalb sorgfältig auf die Angaben beim optischen Zoom. Wenn eine billige Kamera stattdessen mit dem Digital Zoom zu punkten versucht, lassen Sie die Finger davon, denn dann taugt der optische Zoom garantiert nichts, somit taugt auch das Objektiv nichts.
Die ASA (ISO) Angaben oder die Empfindlichkeit der Kamera
Die international gebräuchliche Normierung wird für Filme mit den ASA Werten vorgenommen, analog wurde das von digitalen Kameras übernommen. Bietet Ihre Kamera nur 50 oder 100 ASA, dann werden Sie selbst bei vollem Tageslicht nur selten gute Fotos aus der Hand machen können. Fotos in der Dämmerung oder gar bei Nacht werden mit diesen Kameras praktisch unmöglich.
Lassen Sie sich dabei nicht vom Display täuschen, auf das Display fällt ständig Licht, deshalb wirkt es viel heller, als später das Foto. Schließlich wird ein Foto aus der Hand, ganz besonders mit einer leichten Pocketkamera, bestenfalls mit 1/30 Sekunde noch halbwegs gelingen können, auch dazu brauchen sie bereits eine sehr ruhige Hand. Je schwerer eine Kamera ist, umso besser und ruhiger liegt sie in der Hand. Für Pocketkamera gilt eigentlich als untere Grenze 1/60 Sekunde. Würde Ihnen das Display anzeigen, wie viel Licht innerhalb einer 1/60 Sekunde auf den Sensor fällt, dann würden Sie gerade bei billigen Pocket Kameras ganz schnell merken, dass nur gutes Tageslicht für Fotos überhaupt genügend Licht gibt.
Ziemlich flexibel sind Sie mit Kameras, die mindestens 400 ASA ohne nennenswertes Bild Rauschen anbieten. Für Fotos von einem Feuerwerk bei Nacht benötigen Sie sogar, abhängig von der Lichtstärke Ihres Objektives, 800 oder 1600 ASA.
Die Handlichkeit einer Kamera
Nehmen Sie eine Kamera vor der Kaufentscheidung unbedingt in die Hand und probieren Sie damit sowohl im Hoch- als auch im Querformat zu fotografieren. Liegt die Kamera gut in Ihrer Hand oder nicht. Für digitale Spiegelreflexkameras gibt es zusätzlich Handgriffe, die gleichzeitig auch noch weitere Batterien aufnehmen können und somit die Nutzungsdauer der Kamera erheblich erweitern.
Je leichter eine Kamera ist, umso weniger haben Sie zum anfassen und umso schneller werden Ihre Hände anfangen zu zittern. Zitternde Hände sind für Fotos pures Gift. Es sei denn, Sie benutzen grundsätzlich Verschlusszeiten von 1/250 Sekunde oder kürzer. Gerade bei der bei Pocket Kameras weit verbreiteten Anpeilung eines Motivs mithilfe des Displays statt des Suchers arbeiten Sie zusätzlich auch noch mit mehr oder minder weit ausgestreckten Armen, dabei kommt man noch viel schneller in ein leichtes Zittern. Im übrigen wird die Kamera auch nicht mehr am Gesicht abgestützt, wie es der Fall wäre, wenn Sie stattdessen durch den Sucher blicken würden.
Das Display
Das Display spielt im normalen Fotoalltag bei einer Spiegelreflexkamera eine untergeordnete Rolle. Anders verhält es sich natürlich bei Pocket Kameras, wenn Sie gewohnt sind, ein Motiv über das Display anzuvisieren.
Doch selbst bei der Pocketkamera ziehe ich persönlich das anvisieren über den Sucher vor, denn der Sucher hat den großen Vorteil, dass kein Fremdlicht darauf fällt.
Ein gutes Display ist nützlich, wenn man weder mit einem manuellen Belichtungsmesser noch mit der Belichtungsmessung durch das Objektiv bei schwierigen Motiven die richtigen Belichtungswerte ermitteln kann. In diesem Fall kann man mit mehreren Belichtungswerten experimentieren, bis man schließlich die richtige Zeit / Blenden Paarung gefunden hat. Das ist gegenüber der analogen Fotografie ein unschätzbarer Vorteil.
Für die nachträgliche Kontrolle von Bildern spielt auch die leichte Handhabung bei der Kontrolle der Schärfe eine wesentliche Rolle. Denn um die Schärfe wirklich kontrollieren zu können, müssen Sie bei einem Display sehr stark in das Bild hinein zoomen können und ebenso leicht den Bildausschnitt im Display verschieben können.
Bedenken Sie bei diesen Funktionen, dass selbst ein Monitor ein Digital Foto erheblich verkleinert, um es Format füllend auf den Bildschirm bringen zu können. Doch eine echte Schärfekontrolle ist nur möglich bei einer hundertprozentigen Auflösung. Das bedeutet selbst auf einem großen Monitor, Sie sehen nur noch einen kleinen Ausschnitt des Bildes. Erst recht gilt das natürlich für das kleine Display.
Ein weiterer unschätzbarer Vorteil der digitalen Fotografie gegenüber ihrem analogen Vorgänger besteht schließlich daran, dass man so viele Fotos machen kann, wie Batteriekapazität und Speicherkarte hergeben. Mit anderen Worten, wenn Sie sich nicht ganz sicher sind und es sich nicht gerade um eine unwiederbringlich vorübergehende Situation handelt, machen Sie mehrere Fotos mit verschiedenen Einstellungen. Im Gegensatz zu früher kostet Sie das nämlich nichts mehr. Später wählen Sie dann das Beste aus.
Im normalen Fotoalltag werden Sie sogar oft die Nachkontrolle am Display völlig deaktivieren, einfach um Strom zu sparen. Bei einer Fotoserie wie man sie beispielsweise von einem Feuerwerk oder bei der Arbeit mit Models macht, kontrolliert man nur die ersten Bilder auf korrekte Belichtung. Falls erforderlich, korrigiert man die Belichtungswerte, danach braucht man das Display eigentlich nicht mehr.
Das Display spielt also bei einer digitalen Spiegelreflexkamera, bei der man den Sucher benutzt, für die Kaufentscheidung eine eher untergeordnete Rolle.
Inzwischen werden in der Consumerklasse bereits Spiegelreflexkameras angeboten, die ebenso wie eine Pocketkamera das anvisieren des Motivs durch das Display ermöglichen. Doch, ehrlich gefragt, wieso kauft man sich eine Spiegelreflexkamera, wenn man sie anschließend wie eine Pocketkamera benutzen möchte?
Das anvisieren können über das Display bietet gegenüber dem anvisieren über den Sucher nur in ganz seltenen Fällen einen echten Vorteil. Nämlich immer dann, wenn Sie nicht aus Augenhöhe fotografieren können. Also um beispielsweise bei einer Großveranstaltung über die Köpfe der Menschenmenge hinweg fotografieren zu können, wenn Sie ein Schneeglöckchen von der Seite fotografieren möchten und ähnliche Situationen. Doch ansonsten bietet der Sucher einer Spiegelreflexkamera gegenüber der Anzeige auf dem Display eigentlich nur Vorteile, insbesondere kann man die Schärfe wesentlich besser beurteilen, mit der Abblendtaste lässt sich im Sucher auch die Tiefenschärfe deutlich besser beurteilen und vor allem fällt in den Sucher kein Fremdlicht.
Achten Sie also lieber, zumindest wenn Sie die Anschaffung einer Spiegelreflex in Erwägung ziehen, auf Qualitätskriterien, die für den Fotoalltag wirklich eine Rolle spielen, als auf die Größe und Auflösung des Displays.
Das Gehäuse beziehungsweise der Body
Achten Sie auf ein solides Gehäuse. Wirklich solide sind nur Metallgehäuse, bei Kameras benutzt man dazu in der Regel eine Magnesiumlegierung. Kameras, die ausschließlich aus Kunststoff bestehen, sind eigentlich billige Wegwerfprodukte.
Es gibt allerdings auch einen Kompromiss, der mich dazu bewogen hatte, obwohl ich bereits von meiner analogen Ausrüstung etliche Objektive eines anderen Kameraherstellers besaß, zur Pentax zu greifen. Denn die Pentax hat ein solides Innenleben aus Metall. Sämtliche wichtigen und stark beanspruchten Teile der Kamera sind aus Metall und mit dem Chassis verbunden. Wie wichtig das sein kann, werden Sie merken, wenn Sie öfters ein Stativ benutzen. Bei meiner ersten digitalen Kamera verabschiedete sich das Stativgewinde bereits beim allerersten Aufschrauben der Kamera auf das Stativ. Plötzlich hatte ich die Kamera in der Hand, das billige Kunststoffstativgewinde befand sich auf der Schraube des Stativs. Glücklicherweise war der Kamerahersteller kulant genug, die Kamera gegen das Nachfolgemodell auszutauschen. Inzwischen benutzt diese Kamera eine Freundin.
Achten Sie auf die Griffigkeit des Gehäuses. Sie sollten die Kamera auch ohne Tragegurt gut in der Hand transportieren können, ohne dass die Gefahr besteht, dass Ihnen die Kamera aus der Hand rutscht.
Wünschenswert, jedoch nicht Bedingung ist Staubschutz und Schutz vor Nässe. Mit einer Kamera, die weder Staubschutz noch den geringsten Schutz vor Nässe bietet, sollten Sie noch nicht einmal in die Nähe eines Meeresstrandes gehen, es sei denn, bei dieser Kamera wäre restlos alles, sogar Verschluss und Blende aus Kunststoff. Doch selbst dann ist für die Elektronik noch einiges an Metall verbaut. Metall, das äußerst allergisch auf durch salzhaltige Luft korrodierende Kontakte reagiert, wie sie bereits in Entfernungen von einigen 100 m zur Küste vorhanden ist, abhängig von der Stärke und Richtung des Windes.
Kameras, die auswechselbare Objektive bieten, sollten darüber hinaus eine Selbstreinigung für den Sensor haben, denn nichts ist unangenehmer als Staub auf dem Sensor, den Sie anschließend bei jedem Bild mit drauf haben.
Bildstabilisatoren
Eine Erfindung der neueren Zeit, eigentlich erforderlich geworden durch ultraleichte Pocketkameras, die selbst für 1/60 Sekunde noch eine ruhige Hand benötigen. Dennoch kann ein Bildstabilisator in bestimmten Situationen nützlich sein. Entweder, weil Sie in einem Innenraum kein Stativ zur Hand haben oder in der Dämmerung fotografieren möchten. Sinnvoll auch bei Fotos aus einem Flugzeug oder einem mit Höchstgeschwindigkeit fahrenden ICE, um die Vibrationen des Fahrzeugs auszugleichen. Denn ohne Bildstabilisator bräuchten Sie für solche Aufnahmen eine Belichtungszeit von 1/250 Sekunde oder kürzer.
Im normalen Fotoalltag ist ein Stabilisator entbehrlich. Wenn der Stabilisator bereits in der Kamera eingebaut ist, sind die Objektive deutlich billiger als umgekehrt, wenn jedes Objektiv einen eigenen Stabilisator benötigt.
Qualität von Verschluss und sonstigen mechanischen Teilen
Gegenüber den analogen Vorgängern haben digitale Spiegelreflexkameras noch weniger mechanische Teile. Denn der gesamte Filmtransport inklusive der Planlage des Films entfällt bei einer digitalen Spiegelreflexkamera. Geblieben sind als mechanische Teile der Verschluss und der Spiegel.
Gerade bei den mechanischen Teilen wie auch beim Gehäuse merkt man sehr deutlich den Unterschied zwischen Kameras, die für den billigen Massenmarkt hergestellt wurden und Kameras, die für einen Profi konzipiert sind. Mechanik ist inzwischen so ziemlich das teuerste, ganz besonders hochwertige Feinmechanik. Wohingegen Elektronik immer billiger wird.
Die Qualität des Verschlusses
Achten Sie auf die Angaben des Kameraherstellers zu den garantierten Mindestauslösungen für den Verschluss. Bei billigen digitalen Spiegelreflexkameras ist der Verschluss bereits nach 50.000 Auslösungen hinüber. Im Profialltag wäre das noch nicht einmal ein volles Jahr. Hochwertige digitale Spiegelreflexkameras bieten für den Verschluss eine Garantie von mindestens 3 Millionen Auslösungen. Doch lange bevor der Verschluss das Maximum seiner Lebensdauer erreicht hat, wird er zunehmend ungenauer. Und somit Fotos mehr und mehr zur Glückssache. Es kann sich schon lohnen, für eine bessere Mechanik einige Hundert Euro mehr auszugeben.
Die Spiegelmechanik
Achten Sie auch auf die Qualität der Spiegelmechanik. Der Spiegel klappt unmittelbar vor einer Aufnahme nach oben und gibt den Lichtweg für den Sensor frei.
Umso perfekter diese Mechanik ist, umso weniger werden Erschütterungen durch das hoch klappen des Spiegels auf die Kamera übertragen. Eine weiche Spiegelmechanik war schon immer ein wesentliches Qualitätskriterium für eine Spiegelreflexkamera, nicht erst im digitalen Zeitalter. Und schon immer ziemlich teuer.
Doch insbesondere wenn Sie des Öfteren Fotos bei schlechtem Licht machen wollen, in der Dämmerung oder gar nachts, dann sparen Sie nicht am falschen Ende. Wenn Sie den größten Teil Ihrer Fotos anschließend doch löschen müssten, weil die Erschütterung durch das hochklappen des Spiegels Ihre Bilder verwackelt, dann hat Ihnen die billige Kamera eigentlich gar nichts genützt. Bereits bei Belichtungszeiten unterhalb von einer fünfzehntel Sekunde spielt die Spiegelmechanik eine ganz erhebliche Rolle. Das sind Belichtungszeiten, die man mit einer ruhigen Hand oder auch einem Einbeinstativ noch ohne Zuhilfenahme eines richtigen Stativs und eines Fern-Auslösers hin bekommt. Doch wenn der Spiegel die Aufnahme verwackelt, dann nützt Ihnen Ihre ruhige Hand nichts.
Die Qualität des Objektivbajonetts
Ist sogar das Objektivbajonett aus Kunststoff, dann werden Sie vermutlich nicht lange Freude an der Kamera haben. Denn mit jedem Objektivwechsel wird das Bajonett erneut beansprucht. Sie werden sich kaum eine digitale Spiegelreflexkamera anschaffen, um dann doch immer nur mit einem einzigen Zoomobjektiv zu fotografieren.
Mal werden Sie den Weitwinkelbereich erweitern wollen, mal brauchen Sie ein stärkeres Tele oder auch mal eine Standardbrennweite mit einer hohen Lichtstärke und hohen Gesamtschärfe.
Lange bevor ein Bajonett völlig hinüber ist, leiert es bereits aus und der feste Sitz des Objektives ist somit nicht mehr gegeben. Doch auch dann werden Fotos wieder zur Glückssache.
Das Bajonett sollte demzufolge wie alle anderen stark mechanisch beanspruchten Teile aus Metall sein.
Die Elektronik
Da Elektronik zunehmend billiger wird, spielt die Elektronik bei der Auswahl einer Kamera zumindest ab einem gewissen Preisniveau praktisch keine Rolle mehr. Die meisten Kamerahersteller arbeiten mit Elektronik eines Zulieferers, die nur in einigen wenigen Bereichen noch angepasst oder verbessert wird. Das ist nicht viel anders wie das Innenleben eines Computers, für die CPU eines PC gibt es auf dem Weltmarkt nur zwei ernst zu nehmende Hersteller, für die GPU der Grafikkarte verhält es sich genauso, nicht viel anders ist es mit der Elektronik der Kamera.
Die Elektronik sollte mindestens das bieten, was Sie von der Kamera erwarten, nicht mehr und nicht weniger. Wobei meistens sehr viel mehr geboten wird. Und Sie höchstwahrscheinlich von vielem des Mehr niemals Gebrauch machen werden.
Belichtungsprogramme
Bei einer guten Belichtungsautomatik brauchen Sie genau genommen nur 4-5 Einstellungen, nämlich die Vollautomatik, die Zeit- oder Blendenvorwahl, die komplette manuelle Einstellung von Verschlusszeit und Blende und zusätzlich gelegentlich den Blitz, im Studio natürlich nicht den lächerliche kleinen Kamerablitz, sondern stattdessen die Blitzsynchronisation mit der Studio Blitzanlage.
Ob eine Kamera überhaupt irgendwelche Motivprogramme bietet oder nicht, kann Ihnen im Grunde fast egal sein, bevor Sie sich nämlich lange in die Besonderheiten der einzelnen Motivprogramme eingearbeitet haben, haben Sie auch gelernt, worauf Sie selbst achten müssen. Eine Automatik kann jedoch niemals wissen, worauf Sie bei einem Bild Wert legen.
HDR Automatik
Zu den überflüssigen Funktionen zählen auch die gerade in Mode kommenden HDR Automatiken, die mit lediglich zwei Bildern angeblich auch extrem kontrastreiche Aufnahmesituationen, wie zum Beispiel das Fotografieren eines Innenraums mit einem Fenster ermöglichen sollen. Wenn Sie so etwas jemals schon mal selbst gemacht haben, dann wissen Sie auch, dass selbst eine Belichtungsreihe mit drei unterschiedlichen Belichtungszeiten unter Umständen nicht ausreicht, um den enormen Kontrastumfang und Helligkeitsunterschied in den Griff zu bekommen. Auch hier sehe ich eher ein Argument, um den Verkauf anzukurbeln als eine sinnvolle Erweiterung der Automatikfunktionen.
Abschaltbarkeit von Automatikfunktionen
Achten Sie unbedingt darauf, dass Sie sämtliche Automatikfunktionen der Kamera deaktivieren können, sei es Belichtungsautomatik oder automatische Scharfeinstellung. Denn früher oder später werden Sie in eine Situation geraten, in der Ihnen auch die ausgefeilteste Automatik nicht mehr weiterhilft und Sie die Belichtung und/oder Entfernung manuell einstellen möchten. Gut, wenn Sie das an Ihrer Kamera auch können.
Auf dieser Website sind mehr als genügend Bilder, die mit manuellen Einstellungen aufgenommen werden mussten, weil die Automatik weit überfordert war oder Bildergebnisse gewünscht wurden, die von der Automatik nicht vorgesehen waren. Auch die beste Automatik kann nicht wissen, ob Sie in einer Gegenlichtssituation die Durchzeichnung des Objektes in den Vordergrund stellen oder den richtig belichteten Himmel. Oder ob Sie bei einem kleinen Objekt im Vordergrund dieses korrekt belichtet haben wollen oder stattdessen einen korrekt belichteten Hintergrund.

Dabei ist oft sogar experimentieren angesagt, beispielsweise bei diesem Foto, für das einige Versuche mit unterschiedlichen Belichtungszeiten gemacht wurden, bis ich mit dem Ergebnis zufrieden war. In solchen Fällen ist das Display sehr hilfreich, weil das Ergebnis unmittelbar nach der Aufnahme kontrolliert werden und somit für die nächste Aufnahme entsprechend korrigiert werden kann.
Ich spreche absichtlich keine Empfehlungen für eine bestimmte Marke oder auch nur einen bestimmten Kameratyp aus.
Zu den Kriterien bei der Auswahl einer Kamera gehören insbesondere Ihre persönlichen Vorlieben, wie oft Sie die Kamera einsetzen möchten, je öfter, umso solider muss die Mechanik sein, ob Sie die Kamera ständig dabei haben möchten oder es Ihnen gute Fotos wert sind, auch etwas Ausrüstung in einer Kameratasche mitzunehmen, selbstverständlich von Ihren finanziellen Möglichkeiten und was Ihnen Ihr Hobby wert ist.