Digitaler Fotokurs

Portrait und Akt
People Fotografie

 

 

 

Model Ana

 

 

 

 

 

 

Ballet-Tänzerin

 

 

 

Zu fast jedem Foto gibt es Bild Erläuterungen. Zur Bild Erläuterung kommen Sie ganz einfach, indem Sie auf ein Foto klicken.

 

 

 

 

 

 

Fotomodell Sabrina

 

 

 

 

 

 

 

Bei den Bild Erläuterungen gibt es nähere Angaben zu den Fotomodellen sowie Links zu den Sedcards bzw. Webseiten der Models, soweit vorhanden.

 

 

 

Halbakt

 

 

 

 

 

Die Porträt und Aktfotografie, ganz besonders gilt das für das Letztere, sind sehr sensible Bereiche, schließlich sind es nicht einfach nur Objekte, die Sie fotografieren, sondern Ihre Mitmenschen, die nicht wie irgendein fotografisches Objekt behandelt und wie ein Stuhl benutzt werden wollen.

Noch nicht einmal ein bezahltes Modell möchte sich lediglich als Objekt behandeln lassen.

 

 

Portrait

 

 

 

Porträt und Aktfotografie sind andererseits auch eine der reizvollsten Aufgaben in der Fotografie, besonders das Thema Akt hat die Menschheit beschäftigt, seit sie überhaupt gelernt hat, mit primitivsten Mitteln Zeichnungen auf Höhlenwänden anzufertigen.

 

 

 

junge Chinesin

 

Wieso überhaupt Porträt und Aktfotografie als gemeinsames Thema?

Fotomodell Sabrina

 

 

 

Bei beiden steht der einzelne Mensch im Mittelpunkt. Der Begriff des Porträts beschränkt sich nicht nur auf ein Bild des Gesichts beziehungsweise des ganzen Kopfes. Als Porträt bezeichnet man sämtliche Fotos, auf denen das Gesicht der abgebildeten Person dominiert, somit fällt auch ein Großteil der Aktfotografie unter den Überbegriff Porträt.

Was haben Akt und Porträts außer dem Thema Mensch noch gemeinsam?

 

 

Akt

 

 

 

 

Beide versuchen eine ästhetische Überhöhung des abgebildeten Motivs und heben den Menschen aus der Alltagssituation deutlich heraus.

 

 

 

 

 

Fotomodell Denise

 

 

 

Beide verlangen einen sehr sensiblen Umgang sowohl mit der Kamera und Beleuchtung als auch mit der/den abgebildeten Person/en.

 

 

 

 

 

 

Portrait- und Aktfotos kann man sachlich und nichtssagend machen, wie beispielsweise ein Passfoto oder die typischen Erinnerugsfotos, wozu auch die meisten Hochzeitsfotos gehören, oder mit einer Bildaussage, die weit über den Augenblick des Fotografierens und der abgebildeten Person hinausgeht.

 

 

 

 

 

Model Elwira

 

 

Die Kamera, der neutrale Beobachter

 

 

Fotomodell Sabrina

 

 

 

 

Wenn Sie eine Person fotografieren, egal ob angezogen oder nackt, entsteht ein ganz anderes Verhältnis als im persönlichen Gespräch oder sonstigen direkten Umgang miteinander.

 

 

 

Fotomodell Sabrina

 

 

 

 

Die Kamera schafft einen Abstand zwischen dem Fotografen und dem Model, den es sonst nicht geben würde. Die Kamera ist wie eine dritte, neutrale und aufmerksame Beobachterin in der Beziehung zwischen Fotograf und Model / s.

 

 

Die Porträtfotografie

Die Porträtfotografie im engeren Sinn stellt das Gesicht der abgebildeten Person als Bild wichtigsten Teil in den Mittelpunkt.

 

 

 

 

 

Fotomodell Ana mit Sektglas

 

 

 

Wobei Mittelpunkt natürlich nicht bedeutet, dass es sich dabei auch um die Bildmitte handelt, im Gegenteil, bei den meisten Porträts, die auf uns eine starke Wirkung ausüben, ist das Gesicht deutlich aus der Mitte herausgerückt, oft im goldenen Schnitt oder im Verhältnis vier zu drei.

 

 

 

Fotomodell Sabrina

 

 

 

 

Für die optimale Dynamik in einem Foto gibt es jedoch keine allgemein gültigen Aussagen.

 

 

 

 

Schwerttanz

 

 

 

 

Wenn man nicht bereits bei der Aufnahme den optimalen Bildausschnitt endgültig festlegt, dann ist anschließendes experimentieren mit dem Bildausschnitt angesagt. Siehe dazu auch Bildausschnitt, Diagonalen und der Goldene Schnitt.

 

 

 

 

Fotomodell Sabrina

 

 

 

Oft beschränkt sie sich auf den Kopf oder auch nur noch Teile des Gesichts. Schließlich ist es unser Kopf, ganz besonders das Gesicht, mit dem wir uns am deutlichsten von unseren Mitmenschen äußerlich unterscheiden und wodurch wir zu unverwechselbaren Individuen werden.

Augen und Mund im Portrait-Foto

 

In unserem Gesicht spiegeln sich mehr oder minder deutlich unsere Stimmungen und Gefühle.

 

 

 

Fotomodell Bianca

 

 

 

Bianca konnte die gewünschte Wut nicht lange halten, im nächsten Moment musste sie schon darüber lachen.

 

 

 

Fotomodell Bianca

 

 

Am deutlichsten drücken sich unsere Stimmungen und Gefühle über Augen und Mund aus.

 

 

Portrait

 

 

 

Das Zusammenwirken der Aussage von Augen und Mund macht Fotos erst lebendig. Was für Comic-Zeichner selbstverständlich ist, gilt in noch viel höherem Maße für gute Fotos.

 

 

 

 

 

Fotomodell Maria Nikki

 

Allgemeine Regeln für Porträtfotos

 

 

Fotomodell Sabrina

 

 

 

Die nachfolgenden Regeln kennen auch zahlreiche Ausnahmen, Sie können bestenfalls eine Richtschnur sein, mit der man schlechte Porträts vermeiden kann.

 

 

 

 

Model Sabrina

 

 

Gesichtsausdruck und Körperhaltung

Im Porträt dominiert das Gesicht und im weiteren auch der gesamte Körper, soweit auf dem Bild zu sehen, inklusive der Körperhaltung. Es muss insgesamt stimmig sein.

 

Ein guter Verkäufer achtet auf die Körpersignale, die ihm oft sehr viel klarer als verbale Aussagen zeigen, worauf sein potentieller Kunde anspricht, woran er tatsächlich interessiert ist und was in eher kalt lässt.

 

 

 

 

 

Fotomodell Bianca

 

 

 

Der Fotograf sollte schon dreimal auf die Körpersprache achten, sie entscheidet neben den Augen und dem Mund ganz wesentlich darüber, ob ein Bild als gestellt oder als echt und lebendig empfunden wird.

 

Ein künstliches Lachen mit stumpfen Augen und einer verkrampften Körperhaltung passt einfach nicht zusammen.

 

In einem echten Lachen strahlen die Augen und der Körper ist vollkommen entspannt. Gerade im Lachen haben wir unseren Körper nämlich nicht mehr unter Kontrolle.

 

 

 

Portrait

 

 

 

In der professionellen Fotografie werden oft Posen gefordert, das muss ein Modell jedoch wirklich perfekt beherrschen, weil man sonst dem Foto auf den ersten Blick ansieht, dass es gestellt ist.

 

 

 

 

Chinesin

 

 

 

 

Ebenso wie ein guter Schauspieler sich in eine Rolle hinein fühlt, um sie überzeugend darstellen zu können, muss auch ein Fotomodell, das Posen echt wirkend darstellen möchte, sich in die Pose hinein fühlen. Ein guter Fotograf ist dem Model dabei behilflich.

 

 

 

 

 

 

 

Fotomodell Sabrina

 

 

 

 

 

 

Doch eine grundsätzlichen Problematik einer Pose bleibt, selbst bei einem sehr guten professionellen Fotomodell. Muss eine Pose gehalten werden, weil der Fotograf mit verschiedenen Beleuchtungseinstellungen experimentieren möchte, dann wird sie selbst beim besten Model irgendwann steif und damit eindeutig gestellt.

 

 

 

 

 

Fotomodell Sabrina

 

 

 

 

 

 

Besser ist es, soweit die fotografische Aufgabenstellung es zulässt, wenn ein Model in eine Pose hineingeht und genau im richtigen Moment der Auslöser betätigt wird. Dann bleibt es nämlich lebendig. Und anstatt darin zu verharren, das Model erneut in die Pose geht, wenn mehrere Aufnahmen mit verschiedenen Einstellungen gebraucht werden.

 

Ich locke ein Model aus seiner Reserve und beobachtete dabei mit der Kamera. So können Fotos entstehen, die wirklich echt sind.

 

Fast alle Menschen neigen dazu, vor einer Kamera ein Kameragesicht aufzusetzen. Sei es, dass sie lächeln oder grinsen, sobald sie in eine Kamera auf sich gerichtet sehen, sei es, dass sie starr in die Kamera schauen oder irgendwelche Grimassen schneiden.

 

 

 

 

Model Sabrina

 

 

 

 

Es gibt nur wenige Menschen, die auch angesichts einer Kamera natürlich bleiben und nicht irgendeine gestellte Pose einnehmen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das ist die eigentliche Kunst der Peoplefotografie mit Amateurmodels, die Anfangsschwierigkeiten eines Models, die ich als Konfirmanden Stunde bezeichne, weil die meisten Models dabei auch noch die Hände gefaltet in den Schoß legen, ein Modell zu lebendigem agieren vor der Kamera zu bringen, echte Gefühle zeigen zu lassen und die Kamera im Idealfall zu einem Freund wird, dem man bedingungslos vertrauen kann.

 

Das ist andererseits das Talent, das ein erfolgreiches Fotomodell braucht. Man kann das nur sehr bedingt lernen und trainieren. Ohne Talent kann man sich auf irgendwelche Techniken beschränken, wie es auch häufig bei Berufsfotografen der Fall ist, die zwar technisch perfekte, jedoch ebenso leblose Fotos machen. Erst aus beherrschen der Technik und dem Talent entsteht etwas, was über den Alltag und den Augenblick hinausreicht.

Der Fotograf als Regisseur

Wenn Sie Ihr Modell lachend haben wollen, dann müssen Sie es auch wirklich zum Lachen bringen und nicht nur zu einem unechten keep smiling Lächeln.

 

 

 SW-Portrait

 

 

Dasselbe gilt für jeden anderen gewünschten Gesichtsausdruck. Sie werden nur selten eine echte Schauspielerin vor der Kamera haben, die sich in fast jede gewünschte Rolle hinein fühlen kann und somit auch überzeugend darstellen.

 

 

Fotomodell Sabrina

 

 

Dieses Foto entstand in einer Serie beim ersten Shooting mit Sabrina. Sie hatte zwar bereits Kameraerfahrung, ihr Onkel ist Fotograf, doch bei mir war sie zum ersten Mal vor der Kamera eines Fremden.

Trotz der Kameraerfahrung was sie am Anfang verkrampft. Ich ließ sie, nachdem sie sich umgezogen hatte, auf die Kamera zu gehen und an einer bestimmten Stelle eine langsame Drehung vollführen. Das wurde mehrfach wiederholt. Sowohl während sie auf die Kamera zu kam als auch während der Drehbewegung machte ich Fotos. Die kurze Abfolge, die dafür Bedingung ist, ist allerdings nur mit einer leistungsfähigen Blitzanlage oder wie in diesem Fall mit Studio-Scheinwerfern möglich. Achtung bei Kompakt-Blitzanlagen, sie können bei kurzen Blitzfolgen schnell überhitzen, dann explodiert der Kondensator.

Auch technisch müssen Sie auf etwas achten, nämlich die Einstellung der automatischen Scharfeinstellung Ihrer Kamera. Die meisten etwas besseren Kameras bieten dafür mehrere Einstellungen an, Sie brauchen eine Einstellung, in der die Schärfeebene nicht vorübergehend gespeichert wird, sondern kontinuierlich der Bewegung folgt. Andernfalls müssten Sie anschließend viele Fotos löschen, weil der Focus falsch lag. Die verschiedenen Optionen Ihrer Kamera finden Sie im Menü.

Durch die Bewegung wurde Sabrina automatisch locker. Doch es war nicht nur die Bewegung, sondern auch das vorangegangene Umziehen. Ich habe oft festgestellt, dass ein Amateur-Model eine Verkrampfung meist schon dann ablegt, wenn sie sich etwas anzieht, was sie nicht alltäglich trägt. Mit den Alltags-Klamotten, mit denen man unterwegs ist, bleibt man auch dem Alltag draußen verhaftet. Aus diesem Grund habe ich einen umfangreichen Fundus an eleganten und sportlichen Klamotten für Models in verschiedenen Größen für den Fall, dass jemand nur Alltagskleidung dabei hat.

Andererseits sollte das umziehen nicht sofort stattfinden, denn manche junge Frau wird misstrauisch, wenn gleich zu Beginn andere Klamotten gefordert werden. Hier gilt es, den richtigen Zeitpunkt zu erwischen. Das ist natürlich etwas anderes mit professionellen Models bei einem professionellen, als seriös bekannten Fotografen. (Natürlich lassen sich seriöse Modelagenturen nach einem Shooting einen Bericht über die Zusammenarbeit mit dem Fotografen geben, umgekehrt wird auch vom Fotografen eine Rückmeldung erbeten, man möchte natürlich auch etwas über die Qualität der vermittelten Models erfahren.) Doch diese relative Sicherheit für beide Seiten, die durch eine seriöse Modelagentur gegeben ist, hat man natürlich nicht wenn sich ein Amateurfotograf und ein Amateurmodel zum ersten Mal vor der Kamera begegnen.

Kleider machen Leute, das gilt keineswegs nur nach außen, sondern ebenso, wie man sich selbst fühlt, wenn man bestimmte Kleidungsstücke trägt. Es ist nun mal ein Unterschied, ob ich einen Smoking oder Arbeitskleidung trage. Die Farben der Kleidung können ebenfalls eine große Rolle spielen, nicht nur bezüglich der Bildkomposition, sondern auch in ihrer Rückwirkung auf den Träger der Klamotten. Dabei gleich einen Tipp, wenn am Oberkörper ein Kleidungsstück getragen wird, dass in etwa der Augenfarbe entspricht, bringt man die Augen zum leuchten.

 

 

 

Ihre Arbeit in der Motivierung des Models ist ein wesentlicher Aspekt bei guten Porträts und Aktfotos.

 

Wie Sie das machen, ist letztendlich Ihnen überlassen, das wie ist schließlich auch ein wesentlicher Teil und Ausdruck Ihrer eigenen Persönlichkeit, die sich in Ihren Fotos widerspiegelt.

 

Doch versuchen Sie niemals ein Modell zu einem bestimmten Ausdruck zu "vergewaltigen". Das Ergebnis wäre in vielerlei Beziehung eine Katastrophe, nicht nur bezogen auf die Bilder, sondern auch bezogen auf Ihre Beziehung zu dem Modell und ob Sie sich selbst dabei gut fühlen würden, sei dahingestellt.

 

 

 

 

Portrait Chinesin

 

 

 

 

Für die Schaffung einer passenden Atmosphäre kann auch Musik eine wesentliche Rolle spielen.

 

 

 

Alexis Korner

 

The Father of the White Blues, Alexis Korner bei einem Konzert im Mannheimer Rosengarten Anfang der 70er Jahre. Da ich generell keinen Blitz benutze, durfte ich damals auf die Bühne.

 

Alexis Korner

 

 

Alexis Korner

 

Je nachdem, wie das oder die Models gerade drauf sind und was von Ihrer Seite erwünscht ist, kann Musik viel bewirken.

 

Wenn jemand völlig überdreht ist, dann kann ruhige Musik die gewünschte Ruhe bringen, umgekehrt können Sie ein Modell, das ganz und gar verschlossen und in sich versunken ist, mit einer lebendigen Musik aus ihrem Schneckenhaus herausholen.

 

 

Das Modell motivieren

 

 

Portrait

 

 

 

 

 

Geben Sie Ihrem Modell ein echtes Feedback. Sie sind nicht lediglich der Mann oder die Frau hinter der Kamera, Sie sind der Gestalter. Doch im Gegensatz zu einem statischen Objekt haben Sie es in der Porträt und Aktfotografie mit richtigen Menschen zu tun, die nicht einfach nur sich selbst überlassen werden wollen, sondern sowohl die Bestätigung für das richtig als auch das herausführen aus dem falsch benötigten.

 

 

 

 

 

 

 

Fotomodell Sabrina

 

 

 

 

 

 

Ich habe einige Male spaßeshalber die Rollen herum gedreht und mich von Models fotografieren lassen. Doch wenn vom Model, das nun plötzlich in die Fotografenrolle geschlüpft ist, überhaupt nichts kommt, dann wird man ziemlich schnell hilflos und weiß nicht recht, was man überhaupt vor der Kamera tun soll.

 

 

 

 

Fotomodell Sabrina

 

 

 

Deshalb, geben Sie Ihrem Modell immer wieder Bestätigung, forcieren Sie einen Ausdruck und eine Haltung, die Ihnen an dem Modell gefällt und führen Sie sie sanft oder auch streng, abhängig von Ihrer eigenen Persönlichkeit, aus einem unguten Ausdruck wieder heraus. Seien Sie sich bewusst, dass Ihr Fotomodell oder Ihre Models nicht einfach nur willenlose Gegenstände sind. Seien Sie mit Lob um Gottes willen nicht sparsam und in der Kritik zurückhaltend.

 

Durch die digitale Fotografie ist etwas möglich geworden, was früher völlig undenkbar war. Nämlich in einer Shooting Pause gemeinsam mit dem Model die Fotos durchzugehen und Manöverkritik zu üben.

 

 

 

Fotomodell Sabrina

 

 

 

So kann das Modell selbst erkennen, wie sie besonders gut kommt und was ihr weniger gut steht.

 

 

 

 

Balletttänzerin

 

 

 

 

In der analogen Fotografie war es ausschließlich der Fotograf, der schon beim Fotografieren erkennen musste, was gut kommt und was nicht. Denn selbst, wenn der Fotograf die Bilder selbst entwickelt hatte, war es schlichtweg unmöglich, außer mit Polaroid Fotos, die ersten Bild Ergebnisse bereits in einer Shooting Pause zu haben.

 

Das ist ein unschätzbarer Vorteil der digitalen Fotografie und trägt oft ganz wesentlich zur Motivierung des Models bei, wenn er / sie angesichts besonders gelungener Fotos freudig überrascht ist.

 

 

 

 

 

 

 

Fotomodell Maria Nikki

 

 

 

Wenn eine Situation völlig festgefahren ist, dann legt man am besten die Kamera mal für einige Minuten aus der Hand und macht eine Kaffeepause (es darf natürlich auch Sekt oder ein anderes Getränk sein). Dabei kann man dann auch entspannt miteinander klären, weshalb es gerade hakt.

Unsicher vor der Kamera

Die Unsicherheit vor der Kamera erkennt man daran, dass die Person vor der Kamera nicht recht weiß, was Sie mit ihren Händen tun soll. Wie auch, dass das Modell starr in die Kamera schaut und gespannt und verkrampft darauf wartet, dass dort ein Vögelchen heraus fliegt. Gerade dann ist Ihre Regie ganz besonders gefragt. Helfen Sie Ihrem Modell, sich zu entspannen.

 

 

Es gibt jedoch noch eine ganz andere Art der Unsicherheit, die im nächsten Bild deutlich wird:

 

 

 

 

 

 

 

 

Wenn, wie in diesem Fall, sich das Modell vor der Kamera produziert. Die ganze Pose wirkt einfach nur gestellt.

 

Wie entspannt dagegen Sabrina im Heidelberger Schlosspark die letzten Sonnenstrahlen genießt.

 

 

 

Model Sabrina

 

 

 

 

Man kann als Fotograf lustige Geschichten erzählen, und das Modell fotografieren, wenn sie gerade entspannt lacht,

 

 

 

Hauptsache, man lenkt sie zunächst von der Tatsache ab, dass eine Kamera mit im Spiel ist. Deshalb ist es auch unbedingt erforderlich, auch in der noch verkrampften Phase am Beginn immer mit der Kamera dabei zu und ganz klar zu fotografieren.

 

So schafft man allmählich den Übergang zu einem entspannten Verhältnis zwischen dem Fotografen, der Kamera und dem Modell.

 

 

 

 

 

Fotomodell Lynn

 

 

 

Man kann ein Fotomodell auch vor der Kamera tanzen lassen, dabei entspannt sie sich ganz automatisch.

 

 

 

 

Balletttänzerin

 

 

 

 

 

Wichtig ist, dass ihr Modell mitbekommt, dass sie fotografiert wird, das Klicken des Auslösers ist für ein Model die Bestätigung, dass sie dem Fotografen gefällt.

Aktfotografie mit Amateur-Fotomodellen

AktSteht eine Frau zum ersten Mal nackt oder nur noch teilweise bekleidet vor der Kamera, ist sie ganz besonders unsicher. Unsicher, ob ihr Körper dem Fotografen überhaupt gefällt und natürlich auch unsicher bezüglich des Mannes hinter der Kamera.

 

Kaum eine Frau findet sich selbst uneingeschränkt schön.

 

Ganz besonders jüngere Frauen vergleichen sich immer wieder mit Schönheitsidealen und finden sich selbst angesichts des Ideals mehr oder minder unattraktiv.

 

Zeigen Sie Ihrem Modell seine Einmaligkeit und seine besondere Schönheit.

 

Bestätigen Sie sie immer wieder, natürlich ganz besonders durch die Fotos, die diese Schönheit hervorheben.

Der Unterschied, das professionelle Fotomodell

Selbst wenn ein professionelles Modell sich ebenfalls mit irgendeinem Ideal vergleichen sollte, so lässt sie das zumindest nicht spüren.

 

Echte Fotomodelle kennen ihre besonderen Stärken und bringen diese zum Vorschein.

 

Portrait Profimodell

 

Ein professionelles Fotomodell vor meiner Kamera.

 

Ein professionelles Fotomodell hat keine Angst vor der Kamera, egal wer dahinter steht, sondern blüht in der Atmosphäre des Studios wie auch draußen, wenn die Kamera eines Fotografen auf sie gerichtet ist, geradezu auf.

 

Ein professionelles Fotomodell weiß auch um seine besten Seiten und welche Gesichtshälfte zum gewünschten Ausdruck am besten passt. Bei einem Amateur-Fotomodell müssen Sie das erst einmal herausfinden.

 

Das Gesicht als bestimmender Bildfaktor

 

 

 

 

 

 

 

Nur die wenigsten Porträts, bei denen auch der gesamte Hintergrund vollkommen scharf ist, wirken überzeugend. Das Porträt soll schließlich den einzelnen aus der Masse herausheben. Das gilt in der Fotografie wie auch in der Malerei.

 

 

Die Beherrschung der Tiefenschärfe

In der Porträtfotografie ist die Beherrschung der Tiefenschärfe ein entscheidender Faktor für gute Ergebnisse.

 

 

Fotomodell Sabrina

 

 

Pocket Kameras, die aufgrund ihres kleinen Sensors und der dadurch bedingten geringen Brennweite von 1 m bis unendlich alles gleichmäßig scharf zeichnen, sind für die Porträt Fotografie denkbar ungeeignet, es sei denn, Sie fotografieren Ihr Modell vor einem neutralen Hintergrund.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mit viel Geschick und Aufwand können Sie ebenso wie in einem Filmstudio eine passende Atmosphäre als Hintergrund für ein Porträt schaffen.

 

 

 

 

 

 

Doch selbst im Film ist das Spiel mit der Tiefenschärfe und der Schärfeebene ein wesentlicher Faktor für die Bildaussage. Trotz oder gerade wegen des enormen Aufwands für die Schaffung eines atmosphärisch dichten Hintergrunds.

 

 

 

 

Fotomodell Sabrina

 

 

 

 

Aktfotografie losgelöst vom Porträt

Akt

 

 

 

Es gibt zahllose Beispiele in der Kunst und Fotografie, auf denen das Gesicht eines Aktmodells nicht abgebildet oder nicht mehr zu erkennen ist.

 

 

Aktfoto

 

 

 

Mal wird der Körper zur Skulptur, wie in den beiden obigen Fotos, mal ist es ein erotischer Reiz, wie im unteren Foto.

 

 

Halbakt

 

 

Der Reiz eines Fotos wie dem obigen besteht unter anderem in der Frage, die sich der Betrachter automatisch stellt, ob die Brustwarze zu sehen ist. Ich kann Ihnen versichern, die Brustwarze ist nicht zu sehen, stattdessen sehen Sie dort, wo Sie die Brustwarze vermuten lediglich ein Haarbüschel der Pelzjacke.

 

Andeutungen sind oft viel erotischer als das unmittelbare Zeigen.

 

 

erotisches Portrait

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Atmosphärisch dicht oder mit neutralem Hintergrund?

 

 

 

 

Fotomodell Sabrina

 

 

 

 

 

 

 

Der neutrale Hintergrund ist viel einfacher zu schaffen als eine atmosphärisch dichte Umgebung für Ihre Fotos.

 

Für den neutralen Hintergrund genügt in den einfachsten Fällen eine einfarbige Wand, zum Beispiel die Wand ihres Wohnzimmers.

 

 

 

 

 

 

 

 

Mit etwas mehr Aufwand schaffen Sie sich entweder Bühnenmolton oder farbigen Hintergrundkarton an, beides kann bei Nichtbedarf einfach wieder verpackt werden.

 

 

 

Fotomodell Sabrina

 

 

 

Der einfarbige Hintergrund eliminiert auch manches Problem mit der Tiefenschärfe, ganz besonders, wenn Sie schwarzen Bühnenmolton verwenden, der das Licht nahezu vollkommen absorbiert.

 

 

 

 

Jiu Jitsu

 

 

 

 

 

 

Die Suche nach der richtigen Umgebung

 

 

Fotomodell Sabrina

 

 

 

Für den atmosphärisch dichten Hintergrund brauchen Sie entweder in Ihrer Wohnung oder Ihrem Studio das passende Mobiliar und genügend Platz, um den erforderlichen Abstand zum Fotografieren zu bekommen, oder Sie gehen auf die Suche nach passenden Locations inklusive der erforderlichen Genehmigungen.

 

 

 

 

Fotomodell Sabrina

 

 

Bahnanlagen und alte Fabrikgelände

Alte Bahnanlagen und Fabrikgelände sind beliebte Hintergründe für extravagante Porträts und Akte. Doch in beiden Fällen handelt es sich um Anlagen, die in Privatbesitz sind, im einen Fall im Besitz der Bundesbahn, im anderen Fall gibt es mit Sicherheit auch irgendeinen Eigentümer, dessen Genehmigung Sie benötigen, um Fotos machen zu können.

 

Mag es für einen Zufallstermin noch angehen, dass man sich die erforderlichen Genehmigungen nicht besorgt, dann rächt sich das spätestens dann, wenn man die Fotos ohne diese Genehmigungen veröffentlichen möchte. Wenn Sie sich selbst dann noch nicht die Genehmigungen einholen, riskieren Sie teure Abmahnungen und Prozesse.

Das richtige Licht für ein Porträt

 

 

Portrait

 

 

 

Prinzipiell können Sie im Studio jede Licht Situation herstellen, unabhängig von unseren Sehgewohnheiten und dem natürlichen Licht draußen.

 

 

 

Fotomodell Lynn

 

 

 

Doch gerade für lebendig wirkende Porträts ist eigentlich ein Licht erwünscht, dass der optimalen Situation draußen entspricht. Verwechseln Sie das bitte nicht mit dem enormen Aufwand an Beleuchtungstechnik für die Table Top Fotografie. Um Produkte in ein möglichst vorteilhaftes Licht zu rücken, sind ganz andere Beleuchtungstechniken gefragt als bei der Fotografie von Models. Sie werden ein Modell auch schwerlich auf einen Lichttisch setzten oder in ein Lichtzelt.

 

Die optimale Situation draußen ist Nachmittagssonne, vor der ein dünner Wolkenschleier ist. Das ergibt einerseits ein weiches Licht, hat andererseits aber noch genügend Richtung, um eine Schattierung ins Foto zu bringen.

 

Fotomodell Denise

 

 

 

Dieses Foto ist übrigens nicht im Studio entstanden, sondern an einem Nachmittag im Heidelberger Schloss Park. Die Nachmittagssonne hat natürlich sehr viel Kraft und würde ohne weitere Hilfsmittel für extreme Kontraste im Bild sorgen, entweder etwas ist belichtet oder es liegt im tiefen Schatten. Bei dieser Fotoserie wurde dem Licht mit einer Reflexfolie auf die Sprünge geholfen. Ohne die Reflexfolie wäre die eine Hälfte des Gesichts richtig berichtet, die andere Hälfte wurde ebenso im tiefen Schatten liegen wie die Efeu bewachsene Wand im Hintergrund und wäre ebenso schwarz.

 

 

Potrait

 

 

Das zeigt die grundsätzlichen Probleme mit stark gerichtetem Licht.

 

 

 

 

Model Sabrina

 

 

 

 

Im Studio benutzt man stark gerichtetes Licht eigentlich nur um Glanzlichter zu setzen oder für Beleuchtungseffekte auf dem Hintergrund.

 

 

 

 

 

 

 

Model Ana

 

 

Im optimalen Fall nähert man sich mit seiner Studiobeleuchtung der Nachmittagssonne bei einem leicht bedeckten Himmel an. Das bedeutet, eine starke, weich strahlende Hauptlicht Quelle und Reflexwände oder eine schwächere Lampe zum aufhellen von Schatten.

 

 

 

 

Fotomodell

 

 

 

 

Ebenso wie die Sonne nicht von der Seite leuchtet, sondern schräg von oben, sollte auch das Hauptlicht im Studio schräg von oben kommen. Und ebenso wie es außer bei Nebel immer stärker und weniger stark beleuchtete Partien gibt, sollte auch die Lebendigkeit in einem Bild unter anderem durch die Lichtverteilung entstehen. Total tiefe Schatten sind meist unerwünscht, eine völlig schattenfreie Ausleuchtung wie im Nebel ist meist ebenso unerwünscht.

 

 

Portrait

 

 

 

 

Der weltberühmte Fotograf David Hamilton hatte nicht Dutzende von Softboxen von allen Seiten auf seine Models gerichtet, sondern entweder mit natürlichem Licht gearbeitet oder im Studio eine dem natürlichen Licht entsprechende Lichtsituation hergestellt.

Gerade diese weiche Natürlichkeit machen seine Fotos nach über 30 Jahren immer noch mit zum Besten, was es bisher in der erotischen Fotografie gegeben hat.

 

 

 

 

 

 

 

 

Mir ist klar, dass diese Lichtsituation sich mit den üblichen billigen Blitzanlagen und großen Softboxen nicht herstellen lässt.

Eine Softbox mit einem Durchmesser von deutlich über 1 m lässt sich nur noch mit großem Aufwand schräg von vorne oberhalb des Models platzieren. Oder um leichtes Gegenlicht zu simulieren, ebenfalls schräg von oben etwas hinter dem Modell. Denn dazu brauchen Sie entweder eine professionelle Lösung, das wäre ein Säulenstativ mit einem Auslegearm oder stattdessen ein Galgenstativ, das ist jedoch trotz Gegengewicht nicht unbedingt die ideale Lösung.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Übrigens, weil ich gerade das Galgenstativ erwähnte, in der Natur kommt Licht nur zur Mittagszeit genau von oben. Das ist ein für Fotos nicht gerade vorteilhaftes Licht. Also auch dabei bitte nicht übertreiben.

 

 

 

 

 

 

 

 

Die ganz großen Softboxen lassen sich nur seitlich vom Modell platzieren. Für einen erhöhten Standpunkt lassen sie sich selbst mit einem Säulenstativ nicht genügend neigen. Sie sind nur als Aufheller geeignet.

Wie macht man das denn im professionellen Fotostudio mit dem Licht?

Ganz anders, als die Industrie und online Händler Ihnen suggerieren möchten.

 

Als Hauptlicht hat man ein Hazylight, das ist eine Spezialität des ausschließlich für Profis gedachten Equipments der schweizerischen Firma Bron (Broncolor) oder etwas vergleichbares von einem anderen Hersteller.

 

 

 

 

Portrait mit Modeschuck

 

 

 

 

Das Hazylight ist an einem Säulenstativ mit einem Auslegearm montiert, hat einen Durchmesser von 1 m und liefert ein außerordentlich weiches Licht. Das Hazylight wird von einem separaten Generator betrieben, an dem auch die anderen Blitzleuchten angeschlossen sind. Das eliminiert auch sämtliche Probleme mit der gleichzeitigen Auslösung sämtlicher angeschlossenen Blitzgeräte.

 

 

 

 

 

Portrait

 

 

 

 

Diese Lösung ist für einen Amateur, es sei denn, er investiert extrem viel Geld in sein Hobby, praktisch unerschwinglich. Ein leistungsfähiger Generator kostet neu mindestens Euro 1500, ein professioneller Blitzkopf kostet etwa eben so viel und ein Hazylight zusammen mit den Säulenstativ kostet deutlich über Euro 3000. Gelegentlich wird allerdings sowas auch gebraucht angeboten, wobei die üblichen Säulenstative für einen modernen Wohnraum meist viel zu hoch sind.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eine vernünftige Behelfslösung für einen Amateur besteht in einer Softbox mit etwa 1 m Durchmesser und einem Galgenstativ mit kurzem Ausleger, schließlich soll der Ausleger nur die schräge Einstellung der Softbox über der Kopfhöhe des Models ermöglichen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Als Alternative wäre auch noch ein Blitzkopf mit einem weißen Reflexschirm denkbar, diese Lösung ist deutlich billiger, funktioniert mit jedem normalen Lampenstativ und liefert ebenfalls ein weiches Hauptlicht.

 

 

 

 

Portrait

 

 

 

 

Der enorme Beleuchtungsaufwand in einem professionellen Fotostudio dient deshalb auch weniger dem Fotografieren von Models als vielmehr dem perfekten ausleuchten von Objekten in der Table Top Fotografie.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ich kenne die Studios vieler namhafter Fotografen, die in der Welt der Werbung und Mode, also dort, wo in der professionellen Fotografie mit Models Geld verdient wird, persönlich. Mit einigen von ihnen bin ich befreundet.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Natürlich ändert sich die Situation in der Werbefotografie, dort dient das Model schließlich nur als Anreißer für das eigentliche Produkt, dort muss also einerseits eine möglichst natürliche Beleuchtung hergestellt werden und andererseits das Produkt vorteilhaft ausgeleuchtet werden. Der Aufwand an Beleuchtungstechnik gilt denn auch dem beworbenen Produkt und nicht so sehr dem Fotomodel.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Fotos, wie sie gelegentlich in der Werbung von großen Sektmarken zu sehen sind, ein gefülltes Sektglas in der Hand eines Models, dazu die passende Atmosphäre im Hintergrund erfordern einen ungeheuren Aufwand an Beleuchtungstechnik. Denn der Aufwand ist weniger technischer Natur als vielmehr oft stundenlanges herum probieren bis man die optimale Beleuchtungseinstellung gefunden hat. Doch das ist ein ganz anderer Aufwand als möglichst viele Softboxen um ein Modell herum zu gruppieren.

 

Im Freien wie auch, wenn Sie nur eine Hauptlichtquelle zur Verfügung haben, helfen Reflexwände, um Schattenpartien aufzuhellen.

 

 

 

 

 

 

Model Sabrina

 

 

Licht, das Sie auf jeden Fall vermeiden sollten

Licht, das Sie vermeiden sollten ist Mischlicht aus Lichtquellen unterschiedlicher Farbtemperatur, also beispielsweise Tageslicht und Kunstlicht. Benutzen Sie statt Lampen eine Blitzanlage, dann brauchen Sie sich darum keine Gedanken zu machen, denn auch die Blitzanlage ist auf 5500° Kelvin abgestimmt, dem durchschnittlichen Farbwert des Tageslichts.

 

 

 

 

 

 

 

Ebenso sollte man sehr hartes Licht vermeiden.

 

 

 

 

Portrait

 

 

 

Licht formt!

Helligkeitsunterschiede lassen uns erst Formen erkennen, sonst würden wir nur Farbflächen wahrnehmen. Im obigen Foto sind es sowohl ganz leichte Schattierungen als auch Glanzlichter.

 

Die Kunst der Lichtführung im Studio wie auch draußen mit Reflexfolien besteht unter anderem darin, das Licht formen und auch etwas aufleuchten zu lassen ohne dabei die Helligkeitsunterschiede zu groß werden zu lassen. Werden Glanzlichter überbelichtet, weil sie im Verhältnis zum Hauptlicht zu stark sind, dann haben Sie statt einer reizvollen Lichtführung nur noch weiße, überbelichtete Stellen ohne Durchzeichnung im Bild.

 

 

 

 

Foto-Model Davy

 

 

 

 

Entweder man fährt das zweite, für Glanzlichter zuständige Licht in der Leistung herunter oder man nimmt eine halbe bis eine Blendenstufe mehr, dann sind die Glanzlichter nicht mehr ausgefressen, dafür wird der Gesamteindruck dunkler. Letzeres läßt sich im Photoshop nachträglich wesentlich leichter korrigieren als ausgefressene Lichter. Denn in eine ausgefressene Bildpartie bringen Sie auch nachträglich keine Zeichnung mehr rein.

 

 

 

Fotomodell Sabrina

 

 

 

 

Eine auch noch so dünne Schweisschicht auf der Haut macht den Umgang mit Glanzlichtern zusätzlich schwierig, denn dann glänzt die Haut in diesen Partien besonders stark.

 

Foto-Model Davy

 

 

 

 

Entweder die Lichtführung ändern oder eine Shootingpause, damit sich das Fotomodell im Bad frischmachen kann.

 

 

 

 

Fotomodell Sabrina

 

 

 

 

 

 

Der elegante Fall von Stoffen in raffiniert gearbeiteten Kleidern braucht etwas Schatten, sonst nehmen wir ihn nicht wahr.

 

 

 

 

 

 

 

Model Ana

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Vermeiden Sie also sowohl in der Porträt- als auch in der Aktfotografie allzu hartes gerichtetes Licht, Schlagschatten und durcheinander laufende Schatten. Draußen ist das optimale Licht ein leicht bewölkter Himmel mit einem dünnen Wolkenschleier vor der Sonne, das entspricht dem Hazylight im Studio.

 

 

 

 

Fotomodell Sabrina

 

 

Die richtige Brennweite für Porträt- und Aktfotografie

 

Für Porträt- und Aktfotografie sind Weitwinkelobjektive ungeeignet. Ein Weitwinkelobjektiv verzeichnet nicht nur sehr stark, sondern stellt alles, was im Vordergrund ist, überdimensional groß dar. Das mag gelegentlich für erwünschte Effekte angehen.

 

 

Fotomodell Sabrina

 

 

 

Optimal ist ein leichtes Teleobjektiv, mit 80-120 mm Brennweite, wiederum wie alle übrigen Brennweitenangaben bezogen auf das Kleinbildformat.

 

 

Fotomodell Denise

 

 

 

Damit vermeiden Sie nicht nur die Verzeichnungen kürzerer Brennweiten, sondern haben gleichzeitig die verringerte Tiefenschärfe der längeren Brennweite, die das Fotomodell vorteilhaft scharf vor den unscharfen Hintergrund stellt.

 

 

Hintergrundkarton oder Bühnenmolton als Endloshintergrund

 

Die richtige Belichtung

Bei einfarbigen Hintergründen macht die Belichtungsautomatik meistens Probleme. Bei starken Kontrastunterschiden zwischen dem Vordergrund (dem Model) und dem Hintergrund wird die Belichtungsautomatik höchsten bei mittenbetonter Messung oder Spotmessung noch halbwegs zuverlässige Ergebnisse liefern. Das gilt so nur für Dauerlicht, denn für eine Blitzanlage brauchen Sie sowieso einen Blitzbelichtungsmesser.

 

 

 

 

 

 

Portrait Model Ana

 

 

 

Dauerlicht

Das Problem für die Belichtungsmessung ist umso größer, je größer der Anteil des Hintergrunds im Bild wird. Doch nicht der Hintergrund soll korrekt belichtet werden, sondern ihr Model. Das gilt ganz besonders bei einem schwarzen Hintergrund, der schließlich nur als schwarze Fläche im Hintergrund sein soll. Die Belichtungsautomatik würde versuchen, den schwarzen Hintergrund richtig zu belichten, dann wäre das Modell im Vordergrund völlig überbelichtet.

 

 

Umgekehrt gilt das natürlich auch für einen hellen Hintergrund und ein Fotomodell, das nicht ebenfalls weiße Kleidung trägt. Doch selbst in diesem Fall wäre das Gesicht und die Hände, also alles, was nicht von der Kleidung bedeckt ist, völlig unterbelichtet.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Im Studio ändern sich die Lichtsituationen nicht am laufenden Band. Sie stellen für eine Fotoserie die Lampen in eine Position und Ihr Modell hat einen bestimmten Bereich, in dem es sich bewegen kann. Je kleiner das Studio, je stärker gerichtet das Licht, umso kleiner natürlich auch dieser Bereich.

 

Deshalb können Sie sich mit einigen Probefotos an die richtige Belichtung heran tasten und übernehmen diesen Wert manuell. Damit fotografieren Sie, indem Sie gelegentlich noch auf dem Display die Belichtung überprüfen, bis Sie die Beleuchtungssituation ändern. Danach muss wieder der neue Belichtungswert ermittelt werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

Natürlich müssen Sie in diesem Fall auch die Empfindlichkeit des Sensors manuell regeln. Brauchen Sie sehr kurze Belichtungszeiten, dann nehmen Sie eine ISO Einstellung, in der noch kein empfindliches Bild Rauschen eintritt.

 

 

 

 

 

 

 

Möchten Sie auf die Automatik auf keinen Fall verzichten, dann wählen Sie zumindest die Mitten betonte Messung, dann muss sich Ihr Modell natürlich auch in der Mitte befinden, was aus Gründen der optimalen Dynamik in einem Bild, siehe auch Bildausschnitt, allerdings meistens nicht gewünscht ist.

Blitzanlage

Bei einer Blitzanlage benötigen Sie entweder einen manuellen Blitzbelichtungsmesser oder Sie tasten sich bei allen Standartsituationen an den richtigen Blendenwert ebenso heran wie an die richtige Einstellung der Blitzanlage (volle Leistung oder verminderte Leistung, abhängig von Ihrer Blitzanlage). Das herantasten sollte man als Trockenübung machen und nicht etwa erst, wenn ein Model vor der Kamera steht.

 

 

 

Foto-Model Davy

 

 

 

Bei einer Blitzanlage können Sie die Belichtung an der Kamera nur über die Blende und den ISO Wert beeinflussen, nicht jedoch durch die Belichtungszeit. Denn selbst wenn Ihre Kamera mehrere Belichtungszeiten für die Blitzsynchronisation anbieten sollte, der Blitz hat eine viel kürzere Dauer als die kürzeste Belichtungszeit, die für die Blitzsynchronisation möglich ist.

 

Die Blitzdauer einer Blitzanlage beträgt je nach Hersteller, Modell und Einstellung zwischen 1/100 und 1/2500 Sekunde. Der Kameraverschluss muss bereits voll geöffnet sein, wenn die Blitze auslösen.

 

Bei sehr leistungsstarken Blitzanlagen müssen Sie im kleinen Studio die Leistung gewaltig reduzieren, weil sonst selbst bei der kleinsten Blende alles restlos überbelichtet wäre.

 

 

 

 

Foto-Model Davy

 

 

 

 

Als Beispiel: 1500 Wattsekunden Leistung, Normalreflektor, Belichtung bei 2 m Abstand und ISO 100 mit Blende 64. Nur haben Sie bei einer digitalen Spiegelreflexkamera keine Blende 64. Bei den meisten Objektiven für das Kleinbildformat und damit auch digitale Spiegelreflexkameras ist bei Blende 22 Schluss, weiter läßt sich die Blende nicht schließen. Um mit Blende 22 arbeiten zu können, muss in diesem Fall der Blitzkopf um 2 Blendenstufen reduziert werden, für die optimale Schärfeleistung des Objektivs bei Blende 11 muss die Leistung um 4 Blendenstufen reduziert werden.

 

Anders sieht die Sache aus, wenn der Blitzkopf mit 1500 Wattsekunden in einem Hazylight oder einer Softbox sitzt. Die schlucken nämlich einiges an Licht weg. Je größer die Softbox, umso stärker muss der Blitzkopf sein.

 

Mit kleinen, leistungsschwachen Blitzanlagen stoßen Sie schnell an die Grenzen des Machbaren. Als vernünftige unterste Grenze gelten 300 Wattsekunden pro Blitzkopf. Alles, was noch weniger Leistung liefert, ist eigentlich für das Paßbildstudio gedacht.

Fotomodell Lynn

Hintergrundkarton

Hintergrundkarton gibt es in drei verschiedenen Breiten. 1,35 m, 2,72 m und 3,55 m. Die schmalste Breite ist für Porträts knapp ausreichend, dafür muss die Kamera jedoch auf einem Stativ stehen, was nicht gerade für lebendige Porträts sorgt. Das ist die typische Ausstattung für ein Passbildstudio.

 

Mit 2,72 m sind Sie für die meisten Aufnahmesituationen auf der sicheren Seite. Die größte Auswahl an Farben gibt es für die beiden Standardbreiten 1,35 m und 2,72.

 

 

 

 

Portrait Model Ana

 

 

 

 

Hintergrundkarton kostet nicht nicht die Welt, eine Rolle mit 2,72 m Breite und 11 m Länge kostet je nach Anbieter zwischen Euro 60 und Euro 80 zuzüglich Transportkosten. Für einen Hintergrund-Karton brauchen Sie eine vernünftige Aufhängung.

 

Hintergrundkarton ist relativ empfindlich gegen Verschmutzungen und das Einreißen von der Seite. Letzeres läßt sich mit etwas Aufwand verhindern, indem man ihn mit Paketklebeband an allen Kanten säumt.

 

Hintergrundkarton und scharfkantige Absätze von Damen Schuhen vertragen sich überhaupt nicht. Sie haben sofort Löcher im Hintergrundkarton. Deshalb sollte das Modell, wenn es ohnehin nicht von Kopf bis Fuß abgelichtet wird, die Schuhe ausziehen, bevor sie auf den Hintergrundkarton tritt. Mit Löchern durch Schuhe im jeweils vorderen Bereich des Hintergrundkartons verbrauchen Sie eine Elfmeter Rolle sehr schnell. Und schon nach den ersten Fotos müssen Sie im Photoshop nachbessern, weil dann schon die ersten Löcher da sind.

Bühnen- Molton

Bühnen-Molton in der schweren Qualität, die man benötigt, wenn es sich um einen endlosen Hintergrund handeln soll, auf dem das Model auch geht und steht, hat eine Breite von 3 m und ist in unterschiedlichen Farben verfügbar. Die Preise liegen um die Euro 10 für den laufenden Meter, 5 m brauchen Sie mindestens.

Was an Breite zu viel ist, kann man an einer Seite raffen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Als schwarzen Hintergrund gibt es nichts Besseres als Bühnen-Molton, da Bühnenmolton im Gegensatz zu einem matten Hintergrundkarton das Licht fast vollständig absorbiert. Für helle Farben ist Bühnenmolton nicht die erste Wahl, weil Bühnenmolton fast nie vollständig glatt abgehängt werden kann und die Falten im Stoff Schatten werfen, die deutlich auf dem Foto zu sehen sind.

 

 

 

 

Balletttänzerin

 

 

 

 

 

Bühnenmolton lässt sich an einer vorhandenen Vorhangstange unproblematisch vorübergehend oder auch dauerhaft montieren. Es läßt sich mit einem Staubsauger leicht sauber halten.

 

 

 

 

 

Fotomodell Sabrina

 

 

 

 

 

Mein Bühnenmolton habe ich in einer Änderungs-Schneiderei umnähen lassen, so dass eine Schlaufe entstanden ist, durch die ich eine Vorhangstange stecken kann.

 

Mehr dazu: Das Heimstudio

HalbaktBreite und Abstand

Ihr Modell braucht Abstand zum Hintergrund, weil es sonst mit dem Hintergrund praktisch verschmilzt. Einen weiteren Nachteil zu kurzer Abstände sehen Sie im nebenstehenden Bild, nämlich Schatten auf der Wand.

 

Ihr Modell braucht also Abstand, ideal sind

1,50 - 2 m Abstand vom Hintergrund.

 

 

 

 

 

 

Daraus ergibt sich, dass in kleinen Räumen zumindest Ganzkörper-Aufnahmen und Aktfotografie kaum sinnvoll möglich sind.

 

 

 

 

 

 

 

Model Ana

 

 

 

 

 

 

 

Denn bereits für ein Porträt brauchen Sie bei einer Brennweite von mindestens 80 mm, drunter sollten Sie bei Porträts nie gehen, 1 m Abstand vom Modell. Dazu kommen dann noch mal die mindestens 1 m 50 Abstand von der Wand. Je mehr vom Körper mit drauf soll, umso größer muss natürlich der Abstand zum Modell werden.

 

Akt und Ganzkörperaufnahmen benötigen also mindestens eine Raumtiefe von 5 m.

 

 

 

 

Fotomodell Sabrina

 

 

 

Denn sonst müssten Sie faule Kompromisse schließen, entweder, indem Sie doch zum verzeichnenden Weitwinkelobjektiv greifen oder das Model viel zu dicht vor dem Hintergrund platzieren.

 

 

Ein Modell, viele Gesichter

 

Model Ana

 

 

 

Jeder Mensch hat mindestens 2 grundverschiedene Gesichter.

 

Vielleicht ist es Ihnen schon aufgefallen, kein Mensch hat ein symmetrisches Gesicht. Im Gesicht spiegeln sich unsere beiden Teile, denn jeder von uns hat einen weiblichen und einen männlichen Teil, wobei das Überwiegen eines Teils natürlich geschlechtsspezifisch ist.

 

 

 

 

Model Ana

 

 

 

 

 

Und ebenso, wie wir beides in unterschiedlichen Gewichtungen uns vereinen, haben wir auch zwei verschiedenen Seiten.

 

 

 

 

 

Model Ana

 

 

 

 

 

Die Vielschichtigkeit von uns Menschen spiegelt sich in unseren Gesichtern, die immer aus dem Zusammenwirken der scheinbaren Gegensätze entstehen.

 

Je nachdem, welche Seite Sie fotografieren oder mit dem Licht betonen, erscheint auch Ihr Modell ganz unterschiedlich.

 

 

 

Sehen Sie sich die beiden Gesichtshälten eines Fotomodells mit ihrer jeweiligen Spiegelung an.

 

Webseiten-Empfehlung

Wer sich für die Arbeit eines echten Profis interessiert, dem empfehle ich die Website des Fotografen Marc Oeder und insbesondere auch sein Blog.

 

Mit seinem Vater, der in der Werbe- und Foodfotografie zur Spitze zählte, verbindet mich eine lange Freundschaft.