Digitaler Fotokurs

Landschafts Fotografie

Abendstimmung am Kochelsee

Abendstimmung am Staffelsee

Pitigliano, Toskana

Pitigliano, Toskana

 

Landschafts Fotografie lebt in hohem Maße vom Licht.

Wald im Nebel

Von dem Licht, das natürlich vorhanden ist.

Dieses Licht können Sie natürlich nicht beeinflussen und so kommt es auf den richtigen Augenblick an, in dem das natürliche Licht den Zauber der Landschaft hervorhebt.

Gerade bei Landschafts Fotos ist es wichtig, bei einem Zoomobjektiv mit den verschiedenen Brennweitenstufen zu experimentieren, bis man den richtigen Bildausschnitt gefunden hat, beziehungsweise bei Festbrennweiten zum richtigen Objektiv zu greifen.

Weinberg im Herbst
Wald-Nebelfetzen

 

Das obige Foto wäre ohne die Wolkenfetzen und den fast schon dramatischen Himmel ziemlich langweilig. Ohne dieses besondere Licht hätte ich es auch nicht gemacht, denn diese Landschaft habe ich den ganzen Tag vor Augen. Nachträgliche Bildbearbeitung: Erhöhung des Kontrastes, Auswahl des Himmels über Auswahl/Farbbereich/Lichter mit einer weichen Kante von 30 Pixeln, Kopie der Auswahl als neue Ebene, die mit 60% Deckkraft mit der Ursprungsebene multipliziert wurde. Dadurch wird die Wirkung der Wolken verstärkt.

Der Aufnahmestandort entscheidet oft

Landschafts Fotografie lebt neben dem Licht und den richtigen Ausschnitt vom Aufnahme Standort.

Kornfeld

Oft sind es nur wenige Schritte, die den richtigen Bildausschnitt ermöglichen.

 

Das obere Foto ist eher sachlich.

Ganz anders ist das untere Foto von demselben Feld. Ich musste nur einige Schritte weitergehen, um das untere Foto machen zu können.

Landschafts-Fotos benötigen eine hohe Gesamtschärfe.

 

Idealerweise macht man Landschafts-Fotos mit Blende 8 oder 11, bei diesen Blenden ist bei den meisten Objektiven die Gesamtschärfe am stärksten.

Landschafts Fotos haben in der Regel keine Probleme mit der Tiefenschärfe, fast unabhängig vom verwendeten Objektiv. Denn meistens ist die Entfernung für Landschafts Fotos ohnehin auf unendlich gestellt.

Starke Kontraste in Landschafts Fotos

Landschafts Fotos, die nicht gerade bei bedecktem Himmel entstehen, haben fast immer große Bereiche mit starken Lichtern und ebenso Bereiche mit tiefen Schatten.

Zwar kann man in einem guten Bildbearbeitungsprogramm über Auswahl/Lichter oder über Auswahl/Tiefen nachträglich noch Leben in diese Bereiche bringen, indem man die Lichter abdunkelt und die Tiefen aufhellt, doch wenn Sie ein Stativ dabei haben sollten, dann machen Sie eine Belichtungsreihe mit mindestens jeweils einer Blende Unterschied, wobei Sie nicht den Blenden-Wert ändern sollten, sondern stattdessen die Belichtungszeit. Denn sonst hätten Sie Fotos mit einer unterschiedlicher Gesamtschärfe und Tiefenschärfe, die sich anschließend nur schwer miteinander verrechnen lassen.

 

 

 

Himmel ja oder nein

Altneudorf

Bick aus meinem Wohnzimmer

Weinberg im Herbst

Weinberg im Herbst

 

hortensien

Landschaftsfotos brauchen nicht unbedingt den Himmel, manchmal ist es vorteilhaft, den Himmel vollständig aus dem Bild heraus zu lassen. Das kann auch anschließend durch die Wahl des Bildausschnitts geschehen.

 

Doch versuchen Sie, möglichst schon bei der Aufnahme den richtigen Bildausschnitt zu finden, denn mit jeder Ausschnittvergrößerung verlieren Sie später Pixel.

Herbstwald

Die Bildaufteilung im Landschaftsfoto

Bei Landschafts Fotos, auf denen der Himmel mit drauf ist, spielt die Bildaufteilung in der waagrechten Bildachse eine ganz wesentliche Rolle.

 

Die meisten Fotos, bei denen der Horizont ziemlich in der Mitte und darüber hinaus auch noch völlig eben ist, wirken tot langweilig. Ganz besonders bei Landschaftsaufnahmen mit einem großen Himmelsanteil sollte man entweder den goldenen Schnitt in der senkrechten Aufteilung oder eine mehr oder minder 4:3 Aufteilung in Landschaft und Himmel anstreben.

 

Das obige Foto wirkt dennoch nicht langweilig, obwohl der Horizont ziemlich genau in der Mitte ist. Es liegt einfach daran, dass es nicht nur eine Höhenstaffelung im Bild gibt, durch das Flussufer, die Bäume im Vordergrund und die Berge im Hintergrund, sondern das das Tal sich ziemlich genau in der Lücke zwischen den Bäumen öffnet. Das schafft die Verbindung zwischen Himmel und Erde, die bei Landschaftsaufnahmen oft so wichtig ist.

Rapsfeld

Patentrezepte gibt es nicht für Landschafts-Fotos

Ansonsten gibt es keine Patentrezepte für gute Landschaftsfotos.

Kapelle in Oberbayern

Der Bildausschnitt spielt natürlich eine große Rolle. Sind wir draußen haben wir schließlich 360° Landschaft um uns herum.

Die Kunst der Landschaftsfotografie besteht unter anderem darin, daraus den wirkungsvollsten Bildausschnitt zu wählen. Dazu gehört auch die optimale Dynamik in einem Foto. Wäre die Kapelle in der Mitte, wäre das Foto ziemlich langweilig.

An dem meiner früheren Wohnung gegenüberliegenden Hang des Odenwalds steht diese Baumgruppe, ich sah sie von meinem Büro. Manchmal gibt es geradezu spektakulär schönes Licht auf dem gegenüberliegenden Hang und dann muss man schnell mit der Kamera sein, denn diese Lichtsituationen halten oft nur wenige Minuten. Also die Kamera schnappen, auf den Balkon gehen und fotografieren.

Was für diese Baumgruppe gilt, gilt ganz allgemein in der Landschafts Fotografie, man braucht ein waches Auge, um die Besonderheit des Lichtes zu erkennen und dann heißt es oft genug, schnell handeln, bevor das schöne Licht wieder verschwindet.

Oft fahre ich auf längeren Strecken in besonders schönen Landschaften ein Stück abseits der Autobahn und nehme die Schönheit der Landschaft in mich auf. Hin und wieder sehe ich dann eine Landschaft in einer Lichtsituation, die es wert ist, anzuhalten und die Kamera auszupacken.

Für die Landschafts Fotografie gilt dasselbe wie für alle anderen Bereiche der Fotografie, es geht nicht einfach um Erinnerungs-Fotos, sondern um eine schöne Landschaft, die in ein spektakulär schönes Licht getaucht ist. Das heißt auch, Geduld haben bis das richtige Licht da ist. Denn im Gegensatz zur Studiofotografie können wir das Licht einer Landschaftsaufnahmen nicht beeinflussen.

Die Landschafts Fotografie lebt ebenso wie jede andere Form der Fotografie von der Bildaufteilung, von der durch den goldenen Schnitt oder auch ein anderes Seitenverhältnis verstärkten Dynamik, von Diagonalen im Bild und einer Belichtung, die genau den Eindruck vermittelt, den man mit dem Foto vermitteln möchte. Wenn man etwas aufleuchten lassen möchte, gerade dann ist es wichtig, dass es auch dunklere Bildpartien gibt, die das Leuchten verstärken.

Im übrigen gilt es in der Bildbearbeitung zunächst einmal die Schwächen einer digitalen Kamera auszugleichen. Nicht nur der im Verhältnis zum menschlichen Auge deutlich geringere Kontrast Umfang, sondern auch die anderen Schwächen. Oft genug ist ein nachträgliches schärfen der Aufnahme angesagt, besser als mit den Bordmitteln vom Photoshop gelingt es mit einem geradezu schon Klassiker unter den Photoshop Plugins, Nik Sharpener, mit dem man in seinen neueren Versionen nicht nur feinfühlig die Nachschärfung regulieren kann, sondern mit dem Pinsel sogar die Wirkung nur auf einzelne Bildteile beschränken kann.

Abendstimmung am Staffelsee

Manche digitale Kamera übertreibt geradezu bei den Farben und selbst aus blassen Farben werden nahezu kitschig leuchtende Farben, andere Kameras wiederum stellen die Farben grundsätzlich eher zu blaß dar, doch das lässt sich nachträglich leicht und feinfühlig beheben. Sogar leichter als das Gegenteil, allzu leuchtende Farben.

Fruehlingswald

Ganz besonders in der Landschafts Fotografie spielt das Polarisationsfilter oft eine große Rolle, wenn ich unterwegs bin ist das Polfilter ständig auf allen Objektiven bereits aufgeschraubt und sofort einsatzbereit. Dann gilt es nur noch die richtige Drehstellung zu finden. Letzteres ist natürlich wiederum reines experimentieren.


Näheres zum Polfilter.

Besonders im Frühjahr und im Herbst, wenn entweder das frische Laub der Bäume leuchtet oder das Herbstlaub in allen möglichen Farben schillert, spielt ein Licht, das dieses Farbspiel und Leuchten zusätzlich heraushebt eine ganz wesentliche Rolle bei herausragenden Fotos. Andererseits kann der Frieden einer Landschaft durch das gleichmäßige Licht des bedeckten Himmels noch enorm betont werden.

Bodennebel, der sich hier und da lichtet, kann ganz besonders reizvolle Motive für die Landschafts Fotografie ergeben. In der Landschafts Fotografie gilt in noch höherem Maße als bei allen anderen fotografischen Themen, dass Sie einfach ein Auge entwickeln, mit dem Sie das besondere in Licht und Landschaft erkennen und fotografisch umsetzen.

Im Gegensatz zu vielen anderen Bereichen der Fotografie, die ein mehr oder minder hohes Niveau an technischen Kenntnissen benötigen, brauchen Sie das in der Landschafts-Fotografie in der Regel kaum, solange Sie beachten, dass der Kontrastumfang des menschlichen Auges ein Vielfaches des Kontrastumfangs des Sensors beträgt. Dort, wo in einem Foto schon so tiefe Schatten gezeichnet werden, dass es dort einfach nur noch durchgehend schwarz ist, sehen wir, wenn wir eine Landschaft betrachten, durchaus noch die Details in den Schatten. So wie wir auch umgekehrt im Himmel die leichten Wolken sehen und den Himmel an sich als blau wahrnehmen und nicht etwa als weiß, wie es in der Landschafts- und Architektur-Fotografie häufig der Fall ist, wenn Teile des Himmels mit aufs Bild kommen.

Heidelberg, Blick vom Schloss

 

Die optimale Belichtung

Für dieses Foto hatte ich zwar eine Belichtungsreihe gemacht, mich jedoch anschließend für das dunkelste Foto entschieden, während die etwas helleren Fotos im Vergleich schon langweilig wirken. Es ist gerade das leuchten der drei Kornfelder, die diesem Fotos einen besonderen Reiz geben.

Doch in den anderen Fotos der Belichtungsreihe, die im Grün des Vordergrundes korrekt belichtet sind, leuchten die Kornfelder längst nicht mehr so intensiv wie in diesem Foto.

Es ist also nicht immer die scheinbar korrekte Belichtung, die zu besonders ausdrucksstarken Fotos führen kann. Übrigens, bei diesem Foto kam ein Polarisationsfilter zum Einsatz.

 

Versuchen Sie demzufolge einen guten Kompromiss in der Belichtung, wobei die bildwichtigsten Teile korrekt belichtet sein sollten, oder machen Sie, wann immer möglich vom Stativ aus, eine Belichtungsreihe und verarbeiten die Bilder anschließend in einem Bildbearbeitungsprogramm. Eine Belichtungsreihe ist ganz besonders empfehlenswert, wenn Sie im Gebirge fotografieren und auf Ihren Fotos sowohl die Täler als auch der Himmel sind. Sonst kann es bittere Enttäuschungen geben, wenn die Täler nur noch tief schwarz sind und der Himmel, der an diesem Tag doch so wundervoll durchgezeichnet war, stattdessen nur noch weiß ist und an den Konturen der Berge diese sogar noch überstrahlt.

Landschaft-Elsass

Belichtungsreihen und das weit gehend-automatisierte Verrechnen lassen in der Bildbearbeitung sind einer der ganz großen Vorteile der digitalen Fotografie gegenüber ihrem Vorgänger, der analogen Fotografie, in der man das zwar auch konnte, jedoch nur mit einem enormen Aufwand in der Dunkelkammer.