Digitaler Fotokurs
Mit dem Bildausschnitt die Wirkung eines Bildes steigern

Mit der Wahl des Bildausschnitts schieben Sie Bild wichtige Teile an ihre endgültige richtige Position, lassen unnötiges weg und verstärken zugleich wesentliche Elemente der Bildgestaltung.
Beim Bildausschnitt haben Fotografie und Malerei besonders viele Gemeinsamkeiten.

Mit der Wahl des richtigen Bildausschnitts lassen wir nicht nur einfach überflüssige Bildteile weg und beschränken uns auf das Wesentliche, sondern können auch zwei andere wichtige Einflussmöglichkeiten für die Wirkung eines Bildes steuern, nämlich die Diagonalen im Bild wie auch die Dynamik, indem wir den Bild wichtigsten Teil aus der Mitte herausrücken.
Die Wirkung von Diagonalen
Da wir in der westlichen Kultur von links nach rechts lesen und ebenso von links nach rechts ein Bild erfassen, ist eine Diagonale, die von links nach rechts ansteigt, eine Diagonale, die wir als aufsteigend empfinden. Umgekehrt sehen wir eine Diagonale, die von links nach rechts abfällt, als fallende Diagonale.

Allein schon dadurch können Bildaussagen erheblich verstärkt beziehungsweise bei den falschen Diagonalen auch gründlich gestört werden. Im Zweifelsfall muss man ein Bild sogar nachträglich in einem Bildbearbeitungsprogramm horizontal spiegeln, um die richtige Diagonale zu bekommen.

Zu einem melancholischen Gesichtsausdruck passt keine aufsteigende Diagonale und umgekehrt wird Dynamik mit einer aufsteigenden Diagonale unterstrichen.

Nehmen Sie als Beispiel die beiden Fotos des Bugatti. Im oberen Foto ist eine klare aufsteigende Diagonale. Das Auto fährt scheinbar auf uns zu, obwohl es steht.

Dagegen derselbe Bugatti leicht von oben und der anderen Seite fotografiert. Diesmal eine fallende Diagonale und somit die eher statische Wirkung. Ein immer noch schönes Objekt und Auto, doch die ungeheure Dynamik der Form geht durch die fallende Diagonale etwas verloren.
In diesem Foto gibt es zwei Diagonalen.
Die fallende Diagonale von der Hand zum Gesicht führt den Blick automatisch auf das Gesicht. Das wiederum steht mit den übrigen Körper in einer steigenden Diagonale. Der Blick des Betrachters folgt zwar immer wieder der Blickrichtung der Augen, also auf die ausgestreckten Hand beziehungsweise irgendetwas dahinter, kehrt jedoch immer wieder zum Gesicht zurück.
Nicht immer ist die Mitte richtig

Etwas versetzt aus der Mitte erhöht oft die Dynamik eines Bildes.
Das gilt sowohl waagrecht als auch senkrecht. Im Idealfall nähern wir uns dem goldenen Schnitt, den man mathematisch oder zeichnerisch darstellen kann.
Bei einem aktuellen Kameramodell von Pentax kann man sich sogar den goldenen Schnitt als Hilfslinien einblenden lassen. Allerdings habe ich es noch nicht ausprobiert.

Vereinfacht ausgedrückt ist der goldene Schnitt am Ende des ersten Drittels der zweiten Hälfte eines Bildes. Maler wie Leonardo Da Vinci und der weltberühmte Fotograf Henri Cartier-Bresson haben den goldenen Schnitt ganz bewusst in der Bildgestaltung eingesetzt.

Bei der Erforschung von Bildern in Museen fand man jedoch heraus, dass wesentlich häufiger in der Malerei ein Seitenverhältnis von vier zu drei benutzt wird, um die Bildwirkung und insbesondere auch die Dynamik eines Bildes zu erhöhen.
Man kann natürlich, wenn man es ganz exakt haben möchte, ein Computerprogramm einsetzen, das bei jedem Bild mit wenigen Mausklicks den goldenen Schnitt ermittelt. Doch mit etwas experimentieren werden Sie schnell einen Blick für die optimale Dynamik in einem Bild entwickeln.

Man sollte sich ohnehin niemals sklavisch an irgendwelche Lehren zur Bildgestaltung halten, sondern durch eigene Experimente herausfinden, wie ein Foto am besten wirkt.

Denn schließlich geht es genau darum beim finden des Bildausschnitts, egal, ob man ihn bereits vor der Aufnahme mit der Kamera festgelegt, das ist natürlich die beste Lösung oder nachträglich mit einem Bildbearbeitungsprogramm.
Ausgewogenheit in der Bildgestaltung
Der bildwichtigste Teil sollte das Bild beherrschen. Entweder, indem er in der Mitte steht oder dynamischer im goldenen Schnitt beziehungsweise im Verhältnis 4:3. Vorder- und Hintergrund sollten insgesamt eine Einheit bilden, ein Bild sollte, von seltenen Ausnahmefällen abgesehen, auch nicht einfach durch den Horizont oder starke Licht- und Schattenwirkungen in der Mitte geteilt sein.

Das Foto einer Landschaft, bei dem der Horizont eine klare Trennlinie zwischen Landschaft mit Häusern und den Himmel ergibt, wirkt oft ausgesprochen fad und langweilig, besonders, wenn der Horizont auch noch ziemlich genau in der Bildmitte ist. Hingegen, wenn ein Kirchturm, Bäume, ein Gebirge oder ein Gebäude in den Himmel ragen und somit Erde und Himmel über den Horizont hinaus verbinden, bekommt auch das Foto eine Wirkung.

Dieser Schnappschuss aus Rom,der während eines Ampelstopps entstand, ist lebendig durch seine Staffelung der Höhen.
Bei vielen Fotos lasse ich den Himmel gänzlich weg, wenn er nicht selbst eine wesentliche Bildaussage hat. Doch im obigen Foto wäre er unverzichtbar, denn gerade die Staffelung der Höhen mit dem richtigen Maß an Himmel darüber gibt dem Foto über den Schnappschuss hinaus einen gewissen Reiz. Es heißt also auch, mit verschiedenen Bildausschnitten und insbesondere dem Anteil des Himmels im Bild zu experimentieren, bis man die richtige Lösung gefunden hat.
Wie der Bildausschnitt die Bildaussage ändert
Dazu einige Bildbeispiele
Den Bildausschnitt bereits mit der Kamera festlegen

Die Römische Wasserleitung - Aquädukt im Schlossgarten Schwetzingen.
Im oberen Foto dominiert der Bach.

In diesem Foto domoniert das Aquädukt, der Bach wird zur Nebensache.
3 verschiedene Fotos vom selben Standort,

Dieses Foto zeigt , das man sich bei der Wahl des Bildausschnitts zwischen Bach und Aquädukt entscheiden sollte, denn es ist mit annähernd gleicher Gewichtung langweilig. Zudem dominiert die Betonbücke, schneidet das Foto in zwei Teile, ein störender Fremkörper, der plötzlich dominiert.
2 mit derselben Brennweite und 3 verschiedene Bildaussagen durch die Wahl des Bildaussachnitts.
Den Bildausschnitt nachträglich festlegen
Trauen Sie sich ruhig auch nachträglich mit verschiedenen Bildausschnitten an Ihre Fotos heran.

Das Original, Enten in der Abendsonne am Schwetzinger Schlossgarten.

Der sehr helle vordere Bereich des Bachs wurde in diesem Ausschnitt weggelassen und die Bildaussage ändert sich deutlich. Das Original-Foto wirkt neben dem nachträglichen Bildausschnitt schon geradezu platt, zu offensichtlich, trotz des zauberhaften Gegenlichts geradezu sachlich gegenüber dem nachträglichen Bildausschnitt, der Poesie und etwas geheimnissvolles in das Foto bringt.
Die beiden Fotos zeigen deutlich, wie ein Teleobjektiv die Perspektive verengt und die Abstände in der Tiefenstaffelung verringert. Vom Bildanfang unten bis sich der Kanal vor dem Schwetzinger Schlossgarten im Dunkel des Fotos verliert (er macht, nicht mehr sichrbar, eine scharfe Kurve nach rechts, den Bachverlauf ahnt man noch, wenn man die gerade noch angedeutete weiße Brücke rechts im Hintergrund beachtet) sind es mehrere Hundert Meter. Das läßt sich auf den Fotos noch nicht einmal ahnen, man meint, die Brücke sei höchstens 50-60 m entfernt. Die perspektivische Verengung des Bachs fällt mit dem Tele ebenfalls sehr moderat aus. Mit einer kürzeren Brennweite würde sich der Bach zu einem schmalen Strich im Hintergrund verjüngen,
Brennweite 200 mm, das entspricht wegen dem Krop Faktor einer Brennweite von 300 mm bei vollem Kleinbildformat.

Das Originalbild und 2 verschiedene Ausschnitte daraus


Wenn Sie mit einem Bildbearbeitungsprogramm arbeiten, das ähnlich wie der Photoshop ein Freistellungswerkzeug hat, dann sehen Sie durch die Abdunkelung aller Bildteile außerhalb des Ausschnitts die stark veränderte Wirkung bereits, während Sie nach dem richtigen Ausschnitt suchen.
Ein neutraler, schwarzer Hintergrund hat für das nachträgliche verändern des Bild-Ausschnitts einen Vorteil, den kein anderer Hintergrund liefert. Haben Sie nämlich beim Fotografieren das Fotomodel in die falsche Ecke oder zu weit in die Mitte gestellt, Ist außer bei einem vollkommen einfarbigen Hintergrund, der meistens nur durch tiefes Schwarz erreicht wird, eine nachträgliche Korrektur sehr schwierig.
Doch bei einem schwarzen Hintergrund brauche ich das Modell im Bild nur grob auszuscheiden, lege eine neue Hintergrundebene in demselben Schwarz an und kann das Modell auf diesem schwarzen Hintergrund an jede beliebige Stelle im Bild schieben. Bei schnellen Bildfolgen in der Actionfotografie kann es nämlich schon mal passieren, das man nicht auf Anhieb den richtigen Bildausschnitt erwischt.

Wenn Sie mit verschiedenen Bildausschnitten experimentieren, dann arbeiten Sie niemals mit der Originaldatei, sondern einer Kopie. Praktisch jedes Bearbeitungs-Programm lässt unmittelbar nach dem Aufruf einer Bilddatei die Speicherung dieser Datei unter einem neuen Dateinamen zu, arbeiten Sie dann mit der Kopie weiter. So werden Sie es niemals bereuen, mit Bildausschnitten und Werkzeugen am Bild zu arbeiten.

Von wegen weitere Werkzeuge, jedes Bildbearbeitungsprogramm, das mit Ebenen arbeitet, lässt auch Einstellungs-Ebenen zu, die gegenüber der direkten Manipulation den großen Vorteil haben, dass man nachträglich die Deckkraft ändern kann oder die Manipulation durch Löchen der Einstellungs Ebene komplett rückgängig machen kann. Dazu mehr im Kapitel über die Bildbearbeitung.
Die Wahl des richtigen Formats
Für den Ausdruck eines Fotos benutzen wir in der Regel das Hoch oder das Querformat. Allgemein gültige Aussagen lassen sich zur Wahl des richtigen Formats kaum machen. Ein Porträt kommt zwar meist besser im Hochformat, doch auch davon gibt es viele Ausnahmen.
Das Quadratformat, das ambitionierte Fotografen und Profis aus der analogen Fotografie von der Hasselblad und anderen 6x6 Kameras kennen, ist selten ein gutes Format für eine Veröffentlichung.
Bei der 6x6 ist es das Rohformat, den passenden Bildausschnitt für Hoch- oder Querformat wählt man in diesem Fall erst nachträglich.

Achten Sie bereits bei der Aufnahme auf das gewünschte Format. Sie sehen die stark geänderte Bildwirkung bei diesen beiden Fotos einer Bank im Schwetzinger Schlossgarten.

Ansonsten hängt es natürlich vom Layout ab, in welchem Format ein Foto benötigt wird. Gelegentlich braucht man Fotos im so genannten Handtuchformat, also als waagrechten Streifen beispielsweise für das Logo einer Webseite oder auch als senkrechten Streifen beispielsweise für eine Anzeige in einem Printmedum. Wenn man beabsichtigt, für besondere Zwecke Fotos zu machen, dann sollte man die spätere Formatwahl bereits beim Fotografieren beachten, sonst würde man unweigerlich nachträglich bildwichtige Teile weg schneiden müssen.
Den Bildausschnitt finden

Letztendlich ist es immer experimentieren, schon beim fotografieren, erst recht in der Nachbearbeitung. Allgemeine Regeln wie der goldene Schnitt und Diagonalen im Bild sind zwar ganz nützlich, vor allem, solange man noch kein Auge für den wirksamsten Bildausschnitt entwickelt hat, doch letztendlich geht es darum, dass Sie ein sicheres Auge entwickeln, mit dem Sie spätestens bei der Nachbearbeitung eines Fotos den Bildausschnitt wählen, der die beabsichtigte Bildaussage unterstreicht.

Abgesehen von technischen Fotos beispielsweise in einer Bedienungsanleitung sollten sich Fotos immer ohne jede Erklärung dem Betrachter erschließen.

Denn ebenso wie die Malerei ist ein Foto auch ein Kommunikationsmittel, das nicht verbal, sondern visuell mit dem Betrachter kommuniziert. Es hat also eine Aussage, die durch den Bildausschnitt verstärkt oder auch geschwächt werden kann.

Beispielsweise, wenn man einen Menschen möglichst unsympathisch darstellen möchte, fotografiert man eher von unten, das ist, von wenigen Ausnahmen abgesehen, eine Perspektive, die jemanden nicht unbedingt sympathisch wirken lässt. Doch diese Tricks der Reportagefotografie, mit denen politische Gegner oft dargestellt werden, interessieren hier weniger.

Die grundsätzliche Bild Aussage sollte schon beim Fotografieren gemacht werden, nicht erst bei der nachträglichen Wahl des endgültigen Bildausschnitts. Trotzdem, ich habe es gerade wieder erlebt, als ich Bilderordner durchging, um bisher wenig beachtete Fotos darauf zu untersuchen, ob sie mit einem deutlich kleineren Bildausschnitt nicht doch noch gut sein könnten, entdeckt man oft erst hinterher, welche Schätze in bisher kaum beachteten Fotos verborgen sind. Zum Beispiel Ganzkörperaufnahmen, die so wie sie sind einfach langweilig waren, jedoch mit einem Gesichtsausdruck und einer Lichtührung , die bei näherem hinsehen zu einem fantastischen Porträt führten.
Um ein Foto darauf beurteilen zu können, ob ein deutlich kleinerer Bildausschnitt vielleicht doch noch zum gewünschten Ergebnis führt, benutze ich einfach den Navigator des Photoshop, mit dem ich in das Bild hinein zoome (selbst einfache, kostenlose Bildbearbeitungs-Programme wie beispielsweise Irfan View können das) und den Bildauschnitt durch unterschiedliche Zoomstufen und verschieben des Ausschnitts zunächst grob ermittle.

Das Original ohne Nachberarbeitung
Bevor ich nach dem Ausschnitt suche bereits die Nachbearbeitung:

Die Mitteltöne deutlich aufgehellt, indem zunächst die Lichter ausgewählt wurden, die Auswahl umgekehrt und mit einer weichen Kante versehen wurden und danach durch geringfügige Änderungen des Gammas und der Belichtung das Foto getrimmt.Dadurch blieben die hellen Bildpartien unbeeinflußt, andernfall wären sie zu hell geworden.Zum Schluss wurden die Augen aufgehellt und etwas stärker kontrastiert.

Die Suche nach dem Ausschnitt mit dem Freistellungswerkzeug. Hier habe ich mich einigermaßen am goldenen Schnitt sowohl in der Senkrechten als auch der waagrechten Bildachse orientiert, indem die Nasenwurzel halbwegs in den goldenen Schnitt gestellt wurde. So ergibt sich auch eine fast exakt aufsteigende Diagonale.

Das sieht freigestellt so aus.

Dieser Bildausschnitt wirkt ganz anders. War vorher die Nasenwurzel in etwa im goldenen Schnitt auf der rechten Bildseite, so ist sie jetzt auf die linke Bildseite gekommen. War der Blick zuvor nicht nur auf das Gesicht, sondern den angedeuteten Busen gerichtet, so ist es jetzt eindeutig das Gesicht, das dominiert.
Fast genau in der Bildmitte treffen sich die beiden Diagonalen im Foto, die aufsteigende an der Kante Gesicht/Hintergrund und die absteigende der Pelzjacke.
Dabei kann ich nicht nur die Schärfe beurteilen, denn manches Foto wirkt bei näherem hinsehen nicht mehr so scharf, wie es für den Bildausschnitt erforderlich wäre, sondern auch gleich sehen, ob es überhaupt lohnt.
Dazu dieses Video Tutorial:
Den Bildausschnitt finden.
Den endgültigen Bildausschnitt lege ich jedoch mit dem Freistellungswerkzeug fest, soweit nicht das Original Seitenverhältnis zwingend beibehalten werden muss.
Dazu dieses Video Tutorial:
Bildausschnitt die Zweite
Dabei halte ich mich natürlich nicht sklavisch an das originale Seitenverhältnis des ursprünglichen Fotos, sondern wähle den wirksamsten Bildausschnitt. Manchmal ist der Bildausschnitt innerhalb von wenigen Sekunden gefunden, manchmal gibt es so viele Möglichkeiten, dass man vier oder fünf verschiedene Bildausschnitte auswählt, die jeder für sich eine frappierende Wirkung zeigen und man nicht recht weiß, für welchen man sich jetzt entscheidet, soweit man sich entscheiden muss und manchmal stellt man fest, dass trotz guter Schärfe und Beleuchtung das Foto einfach keine Bildaussage hat, die mit einem Bildausschnitt verstärkt werden könnte und löscht das Foto.

Fotografieren, das gilt nicht nur für die Lichtführung beziehungsweise das erkennen besonderer Lichtsituationen, es gilt ganz besonders für den Bildausschnitt, ist auch eine Schule des Sehens.

Nur indem man immer wieder auch vorhandene Fotos nach einem wirksamen Bildausschnitt untersucht, wird man allmählich unabhängig von allgemeinen Regeln wie dem goldenen Schnitt und findet den optimalen Bildausschnitt.
Perspektive und Aufnahme Standort
Das Thema Bildausschnitt beginnt nicht erst mit der Zoomstufe beziehungsweise der Wahl der Brennweite für ein Motiv, sondern bereits vorher mit der Wahl des Standorts und der Perspektive.
Auf meiner Website über den Apollotempel im Schwetzinger Schlosspark sind eine ganze Reihe Fotos des Apollotempels sowie einige Detailaufnahmen aus ganz unterschiedlichen Perspektiven.

Apollotempel im Schwetzinger Schlossgarten, Bildbearbeitung gemeinsam mit Michael Baumann, New York.
Dieses Foto entstand aus einer Perspektive, die nur mit technischen Hilfsmitteln realisiert werden konnte, nämlich praktisch direkt über dem Boden fotografiert.

Auch dieses Foto gewinnt nochmals erheblich an Wirkung durch einen nachträglichen Bildausschnitt. Von der Brücke nur noch das Geländer, der Apollotempel etwas aus der Mitte geschoben und einige Details nachberabeitet.
Nur so war es möglich, den Apollo Tempel mit einem Teleobjektiv innerhalb der Begrenzungen der Hecke zu fotografieren. Dafür benutzte ich einen Winkelsucher, die einzige Möglichkeit, mit einer normalen Digital Kamera aus dieser Perspektive zu fotografieren.
Dieses Foto entstand als Auftragsarbeit für einen amerikanischen Verlag, wobei der Auftrag beinhaltete, dass die Spitze des Apollotempels (die Kugel auf dem Dach) mit der oberen Begrenzung der Hecke eine Linie bildet. Außerdem sollte die Brücke mit aufs Bild kommen.
Wegen der bereits am frühen Vormittag massiven Lichtverhältnisse, die Schatten waren schon extrem tief, musste das Foto im Photoshop erheblich nachbearbeitet werden, um noch Details innerhalb der Schattenpartien halbwegs sichtbar zu machen. Hätte ich ein geeignetes Stativ dabei gehabt, wäre das Naheliegende gewesen, 3-5 Fotos mit unterschiedlicher Belichtung und anschließend zum HDR zu verarbeiten.
Übrigens, wer stolzer Besitzer einer Mittelformat Kamera mit Lichtschacht ist, braucht natürlich keinen Winkelsucher.


